Mamiwerdung

„Eine Mutter ist der einzige Mensch, der dich bereits liebt bevor er dich kennt.“

Autor unbekannt

 

Jetzt bin ich also Mama. Seit knapp drei Monaten. Im März 2014 hat mein wunderschöner Sohn das Licht der Welt erblickt.

Die Geburt? Hat lange gedauert. 19 Stunden von der ersten Wehe bis zum ersten (Lebens)Schrei. War hart. Ein Muttermund der partout nicht aufgehen wollte. Wehen fördernde Mittel die Sauerwehen verursacht haben. Eine PDA die nicht angeschlagen hat. Presswehen. Zwei Stunden lang. Ein Köpfchen das nicht ins Becken rutschen wollte. Und dann, plötzlich, ein kleines blutverschmiertes Bündel Leben. Mit zwei riesigen blauen Augen. Hat mich ungläubig angestarrt. Und ich, ich war überwältigt. Überwältigt von diesem neuen Leben. Der Kraft die ich fast 19 Stunden lang aufgebracht habe. Dem Rückgrat und dem Halt den mir mein Mann gezeigt und gegeben hat.

Und dann das: schlechte Sauerstoffversorgung. Mein Baby, das ich noch gar nicht richtig betrachten konnte, wurde weggebracht. Ich wurde noch mal auf den Gebärstuhl gehieft und die Hebamme hat meine Verletzungen betrachtet. Die Gynäkologin hat die Verletzungen versorgt. Ich strudelte in einem Kreisel aus Erleichterung, Angst und Unwissenheit. Wo ist mein Baby? Was ist passiert? Was geschieht mit ihm? Nach über 45 Minuten dann die vermeindliche Erlösung. Unser kleiner, frisch geschlüpfter Sohn wurde zu uns gebracht. Mit einer Sauerstoffmaske. Mit einem laut piepsenden Gerät. Und der Nachricht, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass er verlegt werden muss. In ein größeres, besser ausgestattetes Krankenhaus. Ein Warten und Bangen begann. Und das in seinen ersten Lebensstunden. Dahin war der Traum der ambulanten Geburt. Gleich nach Hause zu gehen und unserem Sohn sein neues, so liebevoll und wunderbar zurecht gemachtes Heim zu zeigen. Stattdessen verbrachten wir die Nacht im Kreissaal. Ohne Schlaf. In einer Blase. Voll mit Gefühlen die noch nicht real zu sein schienen. Und ständig begleitet von dem Piepsen des Sauerstoffgerätes. Am nächsten Morgen dann die wirkliche Erlösung: alles in Ordnung. Ab auf die Station. Und da lag er nun. Mein Sohn. Neun Monate in meinem Bauch. Und jetzt neben mir im Bett. Unwirklich.

Und danach? Ist alles anders. Mit Kind bleibt kein Stein auf dem anderen. Plötzlich zu dritt. Eine Gefühlsachterbahn. Hochs und Tiefs. Und ein kleiner Mensch der voll und ganz auf dich angewiesen ist. Dir ohne weiteres vertraut und dich bedingungslos liebt. Was für eine Verantwortung. Was für eine Freude. Was für ein Glück.

Jetzt, nach knapp drei Monaten hat sich alles eingespielt. Ich gewöhne mich allmählich daran Vollzeitmama zu sein. Unser Frühlingskind wächst und gedeiht. Beinahe täglich verändert er sich. Lernt Neues. Kann Neues.

Das Leben zu dritt ist neu. Aufregend und ermüdend. Anstrengend und erfrischend. Nervenaufreibend und angenehm. Eben sehr facettenreich. Wie das Leben eben so ist. Wie das Leben eben so spielt.

 

Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will.

Francois Rabelais

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3 Gedanken zu “Mamiwerdung

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