Schlafen oder besser: nicht schlafen(?)

Was für ein wunderschöner Sommertag heute wieder ist. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, ich sitze mit meinem Laptop auf unserer idyllischen Terrasse und habe heute immerhin schon einen halben warmen Kaffee trinken können 🙂

Unser Frühlingskind schläft auf meiner Brust in seiner Zauber-Manduca und lacht ab und zu in seinen Träumen. Welcher Zeitpunkt wäre also besser um einen Blog zum Thema „so schläft mein Kind“ zu schreiben (oder eben eher so schläft mein Kind … nicht).

Als brave (bzw. gut funktionierende) werdende Mami habe ich mir natürlich schon bald Gedanken gemacht (das Thema Schlafen ist bei Eltern ja ein gerne und viel diskutiertes)  wie wir das Thema Schlafen angehen sollten wenn unser Zwerg erstmal da ist. Der Lieblingsmann und ich waren uns bald einig, dass wir hierbei Konsequenz an den Tag legen werden. Der Zwerg in seinem eigenen, wunderschönen neuen Gitterbett schlafen soll und wir überhaupt aus dem Ganzen kein großes Trara machen werden. Super. Dachten wir uns. Wieder ein Thema abgehakt. Und dann war er da. So klein, so hilflos, so schön und so unwahrscheinlich süß. Wie könnten wir dieses kleine Wesen nur in sein eigenes Gitterbett, (vermeindlich) weit weg von uns legen, im (angsteinflößenden) Dunkel der Nacht? Wir haben uns also doch für das Familienbett entschieden. Und, was soll ich sagen, es ist großartig. Der Lieblingsmann kann den Körperkontakt, den er tagsüber nicht mit unserem Frühlingskind haben kann, nachholen, der Zwerg kann schneller beruhigt werden wenn er mal wach wird, schläft somit besser (bzw. schneller) wieder ein, er weiß und merkt, dass wir da sind und ich muss nicht aufstehen um zu Stillen (und das wäre für mich nächtens auch ein Ding der Unmöglichkeit). Es ist also alles gut. Das heißt wenn der Zwerg erstmal schläft. Denn bis er schläft ist es nämlich gar nicht mal sooo gut…

Vor ca. zwei Wochen haben wir beschlossen, dass wir am Abend gerne ein bisschen Zeit hätten. Jede/r für sich und auch mal nur für uns Beide. Es wäre also von Vorteil wenn wir unser Frühlingskind am Abend schlafen legen könnten. Bisher ist er nämlich immer in der Zauber-Manduca oder im Tragetuch eingeschlafen und hat darin halt so lange gepennt bis auch wir uns ins Bett begeben haben. Aber jetzt: alles anders. Jetzt legen wir die zuvor besprochene und beschlossene Konsequenz an den Tag! Seit zwei Wochen versuchen wir also unseren kleinen Mann am Abend hinzulegen um noch ein paar freie Minuten zu zweit auskosten zu können. Immer auf die gleiche Art und Weise. Rituale und gleiche Abläufe sind für Kinder immerhin unabdingbar. Und wie das Ganze aussieht lässt sich in 5 (6) Phasen gliedern:

Phase 1: zwischen 19:00 und 21:00 übermannt die Müdigkeit unseren Sohn. Er beginnt sich die Augen zu reiben, welche sich langsam röten und immer kleiner werden. Und: er wird knatschig und zwar so richtig. Die Unzufriedenheit ist groß. Mit allem und mit jedem. Es ist also Zeit ihn ins Bett zu bringen. Wenn wir das Gefühl haben, dass noch Zeit ist, wird unser Zwerg gebadet (das ist allerdings äußerst selten der Fall). Dann ziehen wir einen seiner super tollen Schlafanzüge an und ich lege mich mit ihm gemeinsam in unser großes (Familien)Bett.

Phase 2: Stillen. Unser Kleiner ist unfassbar müde. Er trinkt entschlossen und gierig an der Brust. Die Augen werden immer schwerer. Fallen immer öfter zu, bis sie nach einiger Zeit ganz zufallen. Mittlerweile weiß ich, dass er nach ca. 10 – 15 Minuten wieder wach wird. Also bleibt die Brust so lange noch im Mund des Frühlingskindes. Und tatsächlich: nach 10 Min. wird er wieder wach und beginnt erneut zu trinken. So lange bis er zu müde ist. Die Augen sind zu. Er schläft.

Phase 3: jetzt mit Schnuller statt Brustwarze im Mund, schläft unser Zwerg. Oder doch nicht? Da gehen seine kleinen, wunderschönen blauen Augen plötzlich wieder auf. Er sieht mich an, beginnt zu strahlen, spuckt den Schnuller aus und fängt an zu brabbeln, kichern und zu erzählen. Ich beginne zu singen. Sein (glaube ich zumindest) Lieblingslied: „LaLeLu“. Der Kleine sieht mich vergnügt an und wird nicht müde zu quasseln. Ich halte ihn im Arm und singe. Und singe. Und singe. Und …

Phase 4: die Leichtigkeit und Fröhlichkeit ist so schnell verschwunden wie sie aufgetaucht ist. Er weint. Er schreit. Er wehrt sich sichtlich gegen das Einschlafen. Ich halte ihn weiterhin liebevoll im Arm. Fange nun an ihn hin und her zu wiegen. Und: ich singe. Und singe. Und singe. Und … Langsam beruhigt er sich wieder. Also Schnuller wieder rein. Ausgespuckt. Also Busen wieder rein. Das Frühlingskind saugt und nuckelt und trinkt. Gierig. Wie wenn er schon seit Stunden keine Mahlzeit mehr bekommen hätte.

Phase 5: die Augen sind mittlerweile so klein und müde, dass sie beim besten Willen nicht mehr offen gehalten werden können. Er schläft ein. Das Vakuum löst sich, die Brustwarze fällt heraus. Mit ihr der letzte Schluck Milch, der vor lauter Müdigkeit nicht mehr runter geschluckt werden konnte. Vorsichtig schiebe ich ihm den Schnuller in den Mund. Auch dieser fällt wieder heraus. Er schläft. Diesmal wirklich. Vorsichtig nehme ich zuerst die eine Hand und dann die andere von ihm weg. Langsam drehe ich mich zur Seite (zur Schonung des Beckenbodens steht eine brave Mama ja über die Seite auf) und steige mit aller Behutsamkeit aus dem Bett. Schalte das Babyphon ein. Vergewissere mich noch einmal, dass er auch sicher schläft und verlasse humpelnd (da mir der Fuß eingeschlafen ist) den Raum.

Phase 6: ich sage meinem Lieblingsmann, der inzwischen die ganze Küche aufgeräumt, die Wäsche abgenommen und gefalten und alles was sonst noch so liegen geblieben ist erledigt hat, dass der Zwerg schläft. Wir nehmen uns in den Arm. Sagen uns gegenseitig was wir für tolle Eltern und Eheleute sind. Gehen gemeinsam ins Bad. Putzen uns die Zähne und duschen (schnell, da wir schon ziemlich müde sind). Und dann legen wir uns ins Bett. Auf eine Seite. Gemeinsam. Denn auf der Anderen liegt das Frühlingskind. Es schläft. Das Babyphon wird ausgeschalten. – Gute Nacht –

Ihr merkt wahrscheinlich, dass unser Projekt „mehr Zeit zu zweit“ noch nicht ganz ausgefeilt ist. Manchmal ärgern wir uns darüber. Manchmal ist es ok so wie es ist. Manchmal schläft unser Kind schnell ein und manchmal dauert es ewig. Er ist eben ein Baby. Ein Säugling. Er braucht viel Körperkontakt und Nähe. Und: er braucht dringend Begleitung in den Schlaf. Manchmal viel,  manchmal wenig.

Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir ihn weiterhin versuchen werden am Abend ins Bett zu legen. Konsequent (:)). Ohne großes Trara (:)). Aber wir sind auch zu dem Entschluss gekommen, dass es so lange dauern darf wie es eben dauert. Und Zeit zu Zweit? Die holen wir nach. Wenn die Kinder aus dem Haus sind. Sicher.

Liebe Grüße

patrick-stewart-baby

 

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