Mama hat heute Abend frei

Vor zwei Wochen war der Polterabend einer meiner besten und liebsten Freundinnen. Klar, dass ich mir diesen nicht entgehen lassen konnte. Deshalb genaue Planung. Lieblingsmann und Frühlingskind sind das erste Mal alleine zu Hause. Mama geht aus. Also Milch abgepumpt und eingefroren (Monate im Voraus, da diese bescheuerte Pumpe nicht mehr als 50ml aus meinen Brüsten quetschen kann – schnarch). Lieblingsmann weiß Bescheid. Kennt sich aus. Auf ihn ist Verlass. Ich kann also ohne Probleme los.

Und ich sage euch, es war aufregend! Bereits am Morgen war ich nervös. Aufgeregt. Wie mit 15. Toll. Das Outfit wurde bereits am Vormittag penibelst ausgewählt. Der Make-up Bestand wurde gecheckt (aber wie soll der denn auch schrumpfen wenn die täglichen Outfits eher aus Jogginghosen und Shirts als aus Abendkleidern und Blusen besteht?) und die Higheels entstaubt (die ich im Endeffekt nicht getragen habe, weil die Übung fehlt – grumml). Um 17:30 war Treffpunkt. um 15:30 begannen die Vorbereitungen. Haare waschen. Diverse Körperbehaarung entfernen. Haare stylen. Make-up auflegen. Outfit anziehen (wieder ausziehen, etwas anderes probieren und im Endeffekt doch wieder zum Ersten zurückkehren). Traumhaft. Wie früher. Herrlich. Das beste daran? KEIN Still-BH und eine Handtasche die nur MIR gehört. Juhuu. Mama hat heute Abend frei.

Der Abend hat großartig begonnen. Tatsächlich habe ich zwei Gläser Bowle getrunken (mehr ging nicht, da bereits erste Alkoholisierungserscheinungen auftraten). Es ging nicht um Themen wie Babys Ausscheidungen, Frühförderungskurse, Durchschlafen oder die richtigen Stilleinlagen. Herrlich. Ein Gefühl der Freiheit. Wären da nicht im Hinterkopf die Gedanken ans Frühlingskind. Schläft es schon? Schreit es noch? Hat der Lieblingsmann alles im Griff (natürlich hat er, ist ja der Kindsvater!)? Also erstes SMS geschickt (nach 1 Stunde). Alles in Ordnung. Durchatmen. Weiter die Braut in spe feiern. Nach einer weiteren Stunde der erste Anruf (ehrlich gesagt um zu horchen ob alles in Ordnung ist). Alles bestens. Aufatmen. Die Polterrunde zieht weiter in die Stadt. Bereits im Bus blicke ich immer wieder verstohlen auf die Uhr. Ich bin bereits drei Stunden unterwegs. Spätestens jetzt bekommt der Mini hunger. Automatisch melden sich meine Brüste. Bereits beachtlich gefüllt. Nur gut, dass ich heute die ‚guten‘ Stilleinlagen verwende (so viel zum Thema keine Themen wie passende Stilleinlagen…). Die Freundinsbraut wird gefeiert. Gute Stimmung. Kurz vergesse ich, dass ich eine stillende Mutter bin und bin einfach nur eine Frau inmitten ihrer Freundinnen. Bis ich versehentlich an meine rechte Brust stoße. Prall. Bereits stattlich gefüllt. Da fällt mir unwillkührlich die Mutterrolle wieder ein (als ob einem die jemals abhanden käme – tz). Der Lieblingsmann. Das Frühlingskind. Kurzes ‚Kontroll’SMS. Mini schläft tief und fest. Lieblingsmann guckt Fußball. Alles gut. Nach zwei weiteren Stunden werde ich nervös. Verabschiede mich von meinen Freundinnen. Etwas wehmütig, weil die angehende Braut eine Lieblingsfreundin und so. Kurz überlegen ob noch bleiben. Die schmerzenden, zum Zerplatzen gefüllten Brüste sprechen aber dagegen. Komme also um 23:30 mit vollen Stilleinlagen, aber sehr glücklich zu Hause an. Da wacht der Mini auch gerade auf. Perfekt. Welch Verbundenheit.

Glücklich lege ich mich zum Frühlingskind und Lieblingsmann ins Bett. Endlich mal wieder ein Abend in der Rolle als ‚feierwütige Mittzwanzigerin‘. Haha.

 

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Väterkarenz, das liebe Geld und die Suche nach der Gleichberechtigung

Vor Kurzem war ich mit einer Freundin und ihrer zwei Monate alten Tochter spazieren. Ein Mamitalk. Austausch unter Gleichgesinnten. Problemerörterung. Erfahrungsaustausch. Super, wenn nur wenig Kontakt zur Außenwelt.

Bei der Frage wie lange sie in Karenz bleibt, antwortete sie, ganz selbstverständlich: ‚1 Jahr. Und ich muss gestehen manchmal fehlt mir die Arbeit jetzt schon.‘ Ich war erleichtert. Sozusagen Stein vom Herzen. Endlich mal eine Mama die dazu steht, dass sie gerne arbeitet und, dass ihr ein Jahr in Karenz völlig ausreicht. Das ist selten. Zumindest in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis. Normalerweise wird auf meine Aussage, dass ich nur ein Jahr in Karenz bliebe mit hochgezogenen Augenbrauen und erschrockenen Ahas geantwortet.

Und einmal mehr frage ich mich warum? Warum ist es immer noch selbstverständlich, dass wir Frauen mehrere Jahre zu Hause bleiben? Auf Karriere verzichten. Auf ein geregeltes, ausreichendes Einkommen. Uns im Endeffekt abhängig machen (lassen) von unseren Geld verdienenden, Karriere machenden Männern. Das lauteste Argument: ‚Mein Mann verdient viel mehr als ich.‘. Klar. Stimmt. Weil fehlende Gleichberechtigung und so (ich möchte jetzt ausnahmsweise mal nicht weiter ausholen). Aber was ist wenn wir darauf einfach mal eine Zeit lang verzichten? Auf das liebe Geld. Es ist mir durchaus bewusst, dass das Leben mit Kind(ern) Geld kostet. Aus eigener Erfahrung. Aber was ist, wenn wir das einfach mal außen vor lassen? Und ich spreche hier nicht von mehreren Jahrzehnten. Nein ich spreche von Monaten, im besten Falle ein paar Jahren (länger bleiben Männer meist sowieso nicht in Karenz). Etwas weniger Geld für mich und meine Familie. Dafür mehr Selbstständigkeit, Anerkennung(?) und Erfüllung(?) für mich. Als Frau. Egoistisch werden jetzt viele denken. Aber wenn Männer das tun, dann nicht egoistisch, weil ja mehr verdienen. Ist das nicht komisch? Da kommt mir glatt der Gedanke ob wir Frauen uns nicht etwas hinter der mein-Mann-verdient-besser-als-ich-deshalb-bleibe-ich-zu-Hause-Mauer verstecken. Weil wir vielleicht gar nicht arbeiten gehen wollen. Zumindest nicht so lange die Kinder klein sind. Aber dann steht dazu liebe Mütter! Und dann kommt mir noch ein weiterer Gedanke. Warum schreien eigentlich die Männer nicht auf, dass sie an der Erziehung und am Aufwachsen ihrer Kinder maßgeblich beteiligt sein wollen? Warum melden sich die Männer denn eigentlich nicht und sagen ich WILL in Karenz gehen und das länger als die vorgesehenen „Papamonate“? Ist es tatsächlich, auch in unserer so gebildeten und fortschrittlichen Generation so, dass Kindererziehung Frauensache und Geld verdienen Männersache ist? Das ist, finde ich, erschreckend und gleichzeitig beschämend!

Wir, Männer UND Frauen, müssen umdenken. Neu programmieren. Ausbrechen aus alten (Verhaltens)Mustern und Rollenbildern. Männer schreit hier beim Thema Karenz. Lasst euch die ersten Lebensjahre eurer Kinder nicht entgehen. Geht in Karenz! Und Frauen. Traut euch mehr zu. Lasst euch eure Selbstständigkeit und eure Weiterentwicklungsmöglichkeiten nicht sang und klanglos nehmen. Geht arbeiten!

Dass es nicht immer einfach ist, dies in der Realtität durch zu ziehen und in die Tat umzusetzen ist mir bewusst. Aber hat euch irgendwer jemals versprochen, dass es einfach wird?

 

Ziegenkäse Tarte

DSC00883Zutaten für den Teig:

200g Mehl

20g Bergkäse (oder einen anderen würzigen Käse)

1 Eier

110g Butter

Salz

Zucker

Zutaten für den Belag:

300g Ziegenfrischkäse

2 Eier

50ml Schlag

Zimt

50g Rosinen

1 Zucchini

Pinienkerne

Olivenöl

 

Zubereitung des Teiges:

Den Bergkäse fein reiben. Alle Zutaten vermischen und entweder mit den Händen oder dem Haken der Küchenmaschine zu einem Teig kneten. Den Teig zu einer Kugel formen und für ca. 30Min zum Rasten in den Kühlschrank geben.

Das Backrohr auf 200° Umluft vorheizen. Den Teig ausrollen und in die Form geben (Tarteform, rechteckige Auflaufform, Kuchenform, etc.). Den Rand leicht andrücken und den überstehenden Teig abschneiden. Mit Backpapier bedecken. Hülsenfrüchte (ich habe eigene Backbohnen aus Porzelan) darauf verteilen und für ca. 10 Min. backen.

Zubereitung des Belags:

Die Eier trennen. Das Eiweiß zu Schnee schlagen. Schlagobers aufschlagen. Eigelbe aufschlagen. Schlagobers, Eigelb und Ziegenfrischkäse vermischen. Zimt und Rosinen dazu geben. Den Eischnee unterheben. Alles auf dem vorgebackenen Teig verteilen. Die Zucchini mit einem Sparschäler längs schälen und damit die Ziegenfrischkäse-Masse bedecken. Die Pinienkerne darauf verteilen und die Tarte mit etwas Olivenöl beträufeln. 30Min im Ofen backen.

Viel Spaß und Mahlzeit 🙂

Darfs ein bisserl mehr sein?

In letzter Zeit war es bei uns etwas stressig. Ein bisschen durcheinander. Viel zu tun. Aber ihr kennt das ja vermutlich. Jetzt wird es hoffentlich ein bisschen ruhiger. Und das möchte ich nutzen um mich wieder ein bisschen mehr um meinen Blog zu kümmern.

Es warten ein paar Rezepte darauf veröffentlicht zu werden.

Der Lieblingsmann hat sich bereit erklärt ein Gastinterview zum Thema ‚Papa‘ zu geben.

Die Vaterrolle ganz allgemein möchte ich ein bisschen beleuchten.

Meine neue Facebook-Seite ‚Mamis in und um Salzburg‘ werde ich euch vorstellen.

Das Projekt 50f muss endlich mal vorangetrieben werden (hach).

So und jetzt genug gequatscht. Lasset Taten folgen 🙂

#Instagram : #julijuwelen : #Hashtag

Instagram. Auch wieder so ne Hipsterapp. Dachte ich. Zugegeben etwas herablassend. Aber, wie so oft im Leben, wird man, in dem Fall ich, eines Besseren belehrt (naja, so n Hipsterdings ist es ja trotzdem. Irgendwie.). Instagram ist wie Facebook. Nur mit Bildern. Statt nem geschriebenen Status eben ein Bild. Aber gut. Ein paar Bilder sind richtig gut. Und die Funktionen. Für ne Fotolaiin wie mich: super. Rahmen zum Spielen. Vignetten zum Herausheben. Cool. Und wie gesagt, ein paar Bilder sind richtig gut. Und es braucht nicht so viel Zeit wie Facebook. Bild anschauen. Zack. Fertig. Super. Vor allem für ne Mami wie mich. Wenig Zeit. Alles muss bissl schneller gehen. Super. Instagram. Gut. Außer vielleicht dieses picoftheday (potd), nailsoftheday (notd) und outfitoftheday (ootd) Zeugs. Das find ich nicht so cool. Eigentlich find ich das komisch. Blöd. Aber gut. Ich muss ja auch nicht alles gut finden.

Und neulich. Beim Durchforsten. Bin ich auf Folgendes gestoßen:

IMG_7235

Das ist ne wirklich nette Idee. Cool. Und funktioniert so. Es gibt eine Liste (Bild oben). Die gilt es Tag für Tag, abzuarbeiten (wer nicht jeden Tag dazu kommt, weil Mama und so, oder faul oder was auch immer, auch nicht schlimm). Also ein Foto zu machen. Dann mit #mafflumomente (Eva Mafflu ist die Initiatorin) und #julijuwelen (so heißt dat Dingens) versehen (und was ihr sonst noch so hashtagen wollt) und los gehts. Da kommen sehr feine Bildchen zusammen. Und auch gleich eine Art Zusammenfassung eures Monats. Cool.

Apropos #. Was zum Teufel tun die mit diesen # Dingern eigentlich? Mein Gedanke. Also nachforschen. Hastag, also #, sprich Doppelkreuz ist ein Meta-Tag. Bravo. Na aaaaalles klar. Also wieder: nachforschen. Es handelt sich um eine Verschlagwortung. So zu sagen um leichter zu finden. Aha. Gut. Wisst ihr wahrscheinlich schon lange. Schön langsam merkt man, dass ich kein Teenie mehr bin… Aber macht nix. Ich hashtage jetzt auch. #. Cool (gebrauche ich heute inflationär oft. Wegen dem kein-Teenie-Ding-mehr. Wahrscheinlich.).

So. Jetzt muss ich noch das heutige Bild abarbeiten. <hier bin ich gerade>.

In diesem Sinne: follow me on instagram 🙂

 

Frühmorgens bei uns im Dorf

Unser Frühlingskind beginnt schön langsam damit seine Nachtmahlzeit (bzw. Mahlzeiten, Mehrzahl!) zurück zu schrauben. Meist wird er nur mehr 1x, manchmal (gut sehr selten) gar nicht mehr wach. Was auf der einen Seite natürlich super ist, weil ich mehr zusammenhängenden Schlaf bekomme (naja, eigentlich nicht, weil ich gerade ein ziemlich gutes Buch lese und vor Mitternacht sowieso nie ins Bett komme), auf der anderen Seite aber auch bedeutet in der Früh, um genau zu sein um 6:30, mit Brüsten so prall wie überreife Melonen wach zu werden. Aber gut, das stellt sich (scheinbar) nach ein paar Tagen ein. We will see. Im Moment: wie gesagt Melonen, pralle …

Ok, nun aber zum eigentlichen Thema: heute also um 6:30 Tagwache mit zwei bis zum Überlaufen vollen Kackwindeln. Welch schöne Überraschung so früh am frühen Morgen… Aber dann eben auch dieses wunderbare zahnlose Lächeln des Frühlingskindes das sich noch den Schlaf aus den Augen wischt und schon fröhlich vor sich hin gluckst. Da springt das Mamaherz natürlich hoch und der 6er am Wecker ist schnell vergessen (gähn).

Wir stehen also auf und blicken in einen wunderbaren, sonnigen und noch ganz jungen Sommertag – herrlich! Schnell Zähne geputzt und angezogen schlurfen wir hinunter ins Wohnzimmer und hinaus auf die Terrasse. Da merke ich, dass der Mini bereits wieder zu gähnen beginnt (na herrlich, eine halbe Stunde früher und ich … was solls …). Also reingepackt in den Kinderwagen und auf gehts zu einem frühmorgendlichen Spaziergang. Und es war hervorragend. Ruhig. Sonnig. Frisch. Jung. Unverdorben. Schlichtweg schön. Kennt ihr dieses Gefühl der Kraftplätze? Plätze an denen man sich plötzlich gestärkt fühlt und ganz tief durchatmen kann? Ich habe das Glück an so einem Platz zu leben. So empfinde ich das zumindest. Wir leben im Süden Salzburgs und spazieren gehe ich an der Königssee Ache bzw. an der Salzach. Und wie gesagt. Frühmorgens: herrlich.

Es ist fast schon unwirklich, romantisch, ein bischen kitschig. Am Fluss schwimmt eine Entenmama mit ihren Kleinen. Eine Joggerin kommt vorbei und wünscht uns einen guten Morgen. Die Sonne glitzert am Wasser. Es ist ruhig. Das Frühlingskind schläft seelig in seinem Kinderwagen. Ab und zu huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Ich atme tief durch und muss selbst lächeln. Es ist wirklich nahezu spürbar wie sich die Energietanks wieder füllen. Ich ruhiger und ausgeglichener werde. Einfach Leben pur.

Nichts desto trotz ruft mich eine Tasse Kaffe, also schließen wir unsere Runde in dem wir am Kindergarten vorbei gehen. Und da ist es wieder das ‚Dorfidyll‘. Die Kinder werden gerade von ihren Eltern in den Kindergarten gebracht. Kinderlachen. Kleine Mäuse die sich auf den Kindergarten freuen. Zwei alte Damen, die sie sich stolz darüber unterhalten, dass sie nur eine Tablette bzw. gar keine Tabletten nehmen müssen (das Gespräch danach ‚Ausländer und so‘ überhöre ich, ich bin nämlich gerade ziemlich gut drauf). Ein Nachbar fährt mit seinem Rad vorbei und ruft uns ein ’schönen Tag‘ zu.

Zu Hause angekommen. Kind schläft noch immer im Wagen. Kaffeemaschine an. Raus auf die Terrasse. Und da: das zahnlose Lächeln des Frühlingskindes das sich noch den Schlaf aus den Augen wischt und schon fröhlich vor sich hin gluckst. Der Tag kann beginnen 🙂

Ich wünsche euch allen einen herrlichen Sommertag!

 

 

 

Teilzeitarbeit : fehlende Betreuungsplätze : alte Rollenbilder : WARUM?

Am Samstag waren wir auf der Geburtstagsparty einer guten Freundin. Dort habe ich eine alte Bekannte getroffen. Wir haben uns schon ewig nicht mehr gesehen. Sie hat mir zu unserem Frühlingskind gratuliert und mir dann, völlig selbstverständlich die Frage gestellt ob ich im Moment oder der Lieblingsmann zu Hause sind. Im ersten Moment war ich perplex. Hatten doch bisher alle ganz selbstverständlich angenommen, dass ich, die Frau, die Mutter, zu Hause bleibe. Ich freute mich, dass ich endlich mal mit jemandem mit anderer Einstellung ins Gespräch kam.

Gleichzeit aber ärgere ich mich auch. Ich ärgere mich darüber, dass es immer noch ganz selbstverständlich und quasi unabdingbar ist, dass die Frauen zu Hause beim Kind bleiben. Warum ist das in der heutigen, so modernen, so fortschrittlichen Zeit nach wie vor so? Ständig höre ich Sätze wie ‚Mein Mann hat ja schon überlegt zu Hause zu bleiben, aber es geht nun mal nicht.‘ oder ‚Mein Mann hat sich seine Position hart erarbeitet, da kann er nicht so einfach aufhören.‘ oder aber, mein Favourit ‚ Mein Mann verdient viel mehr als ich, deshalb bleibe ich zu Hause.‘ Und bumm, genau da hakt es! Warum verdienen die Männer denn mehr? Warum geht es denn nicht, dass unsere Männer ‚einfach zu Hause bleiben‘? Und, haben sich unsere Männer ihre Positionen etwa härter erkämpft als wir?

In Österreich sind 45,5% der erwerbstätigen Frauen auf Teilzeitbasis beschäftigt. Dem gegenüber stehen nur 10% der erwerbstätigen Männer (Statistik Austria Teilzeitquote). Und ich frage mich: warum zum Teufel ist das so? Und dann fällt es mir wieder ein: achja genau, das ist, weil unsere Gesellschaft, allen voran unsere PolitikerInnen, die Elementarpädagogik nach wie vor als einen ‚Abstellplatz für Kleinkinder‘ erachten, Einrichtungen in welche man seine Kinder halt schnell hinbringt um rasch arbeiten zu gehen. Und ja, genau, unsere Krabbelstuben sind a) kaum vorhanden b) meist privat zu zahlen und c) ab Mittag geschlossen. Und die Kindergärten? Die sind oft restlos überfüllt, pädagogisch (meist) wertlos und darüberhinaus ab 14:00 geschlossen. Und da beginnt der Teufelskreis von vorne. Wie soll frau denn da ganztags arbeiten gehen, wenn das Kind ab Mittag oder spätestens 14:00 nicht mehr betreut wird? Ich bin selbst Pädagogin im Elementarbereich und seit heuer auch selbst Mutter. Ich weiß, dass es an allen Ecken und Enden fehlt, dass die Pädagoginnen oft heillos überfordert sind, es keine Unterstützung von Seiten des Staates gibt und Einrichtungen wie Krabbelstuben, Kindergärten oder Horte keine entsprechende Anerkennung bekommen geschweigedenn zu den BILDUNGseinrichtungen hinzugezählt werden. Und ich werde selbst bald vor dem Dilemma Kinderbetreuung stehen. Und es dann am eigenen Leib, als Mutter, erfahren müssen, dass es nicht anders geht als, dass ich meine Stunden als Pädagogin reduziere. Aber wisst ihr was, das stinkt mir gewaltig! Ich möchte als Frau selbst entscheiden können warum ich teilzeit arbeite und möchte nicht dazu gezwungen werden, weil es keine andere Möglichkeit gibt. Es ist an der Zeit, dass Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht mehr nur Aufgabe der Frauen ist!

Ich möchte, dass Unternehmen, die sehr gerne damit werben besonders ‚familienfreundlich‘ zu sein, das auch anfangen zu sein. Männer müssen endlich in Karenz gehen (Echte Männer gehen in Karenz). Die Politik muss beginnen das Bildungswesen zu reformieren (und meine Lieben, das ist mehr als überüberüberfällig!!!) Und wir Frauen müssen damit aufhören uns in alte Rollenverhältnisse drängen zu lassen (ja, auch wir müssen etwas dazu beitragen damit die Gleichberechtigung in Gang in kommt!!!). Hören wir endlich damit auf zu sudern, zu jammern und alles einfach hinzunehmen! Steht auf und macht was!

Als ich meine Schwangerschaft beim Landesschulinspektorat bekannt gegeben habe, hat die Dame dort geantwortet ‚Ach, dann fallen Sie ja jetzt für mehrere Jahre aus.‘. Bitte? Was? Nein! Warum? Abgesehen davon, dass ich meine Karenz nicht als ‚Ausfall‘ betiteln möchte… Ich antwortete also ‚Nein, ich werde nach einem Jahr wieder voll arbeiten gehen.‘ Betretenes Schweigen am anderen Ende der Leitung… Diese Selbstverständlichkeit, dass Frauen mehrere Jahre zu Hause bleiben ist so tief in manchen Köpfen verankert. Das erschreckt und ärgert mich!

85 Tage im Jahr arbeiten wir Frauen in Österreich GRATIS. Wir verdienen gegenüber den vollzeitarbeitenden Männern um 25% weniger. Zählt man die teilzeitarbeitenden Frauen dazu, sind es sogar 40%. Ist das nicht absolut schrecklich? Bei diesen Zahlen fühle ich mich als Frau beschnitten, gekränkt und absolut unter meinem Wert gehandelt! Es ist absolut an der Zeit, dass Ganztagsbetreuungsplätze ausgebaut werden und der Umstieg von Teilzeit- auf Vollzeitarbeit einfacher gestaltet wird. Unsere PolitikerInnen sind absolut am Zug. Aber nicht nur die, liebe Frauen und Mütter! Wir dürfen diese Tatsachen nicht einfach auf uns sitzen lassen. Wenn wir ganz selbstverständlich in Teilzeitmodelle einsteigen, unsere Kinder immer mittags abholen und pünktlich das Abendessen für unsere lieben Männer auf den Tisch stellen, wird sicht NICHTS ändern. Auch wir müssen etwas beitragen damit es besser wird!

Auch wenn ein Volks Rock’n’Roller es nicht als wichtig erachtet uns in der Nationalhymne vorkommen zu lassen, ist es wichtig, dass wir uns nicht länger unterdrücken und hinten anstellen lassen!

We_Can_Do_It!