6 Monate Mama : ein Rückblick

Sätze wie ‚Wenn du älter wirst, vergeht die Zeit wie im Flug.‘ oder ‚ Wenn du erstmal selbst Kinder hast, dann wird dir erst bewusst wie schnell die Zeit vergeht.‘ haben wir wohl alle schon man gehört. Ich natürlich auch. Meistens hab ich aber nicht hingehört. Es abgetan. Mit ‚jaja‘ geantwortet. Und jetzt? Jetzt ist die Geburt des Frühlingskindes bereits 6 Monate her und ich stelle erstaunt fest wie schnell die Zeit vergeht wenn man erstmal selbst Kinder hat.

Unglaublich, oder? Ich klebe Fotos ins Fotoalbum meines Zwerges und kann es kaum fassen wie sehr er sich verändert hat, er gewachsen und wie groß er geworden ist. Ein ganzer Frühling und ein ganzer Sommer (naja, wenn man das Sommer nennen kann…) sind vergangen seit ich am 12.03.14 Mama geworden bin. Und, naja natürlich, ist seit dem alles anders. Und deshalb möchte ich hier einen kleinen Rückblick auf unser Leben und meine Erkenntnisse des Mama-Daseins im letzten halben Jahr geben.

Wie die Geburt war kann ja hier nachgelesen werden. Damals dachte ich, dass ich dieses Trauma nie mehr vergessen werden kann. Die Schmerzen. Die Pannen. Das Gefühlschaos. Bereits ein paar Wochen später waren die Gedanken an die Geburt etwas verschwommen. Und jetzt? Jetzt denk ich mir ‚war doch alles gar nicht so schlimm‘. Das ist wohl das Wunder unseres (weiblichen) Gehirns… Dann kam die erste Zeit zu Hause. Wir waren so vorsichtig. Ängstlich. Haben jeden Schritt und jedes Tun mit und um unseren Mini dreimal neu durchdacht. Waren verunsichert und manchmal auch ganz schön verzweifelt. Und jetzt? Jetzt sind wir Profi-Eltern. Der Lieblingsmann, ich und das Frühlingskind – ein eingschworenes Team. Die Handgriffe, der Umgang mit dem Zwerg und der Alltag haben sich automatisiert. Wir wissen jetzt instinktiv was zu tun und was zu lassen ist. Eben ein Spitzenteam 🙂 Und das Stillen (war ja eine eigene Geschichte: hier mehr)? Alles kein Problem mehr. Das geht jetzt nebenbei. Ich kann es jetzt sogar genießen. Wir als Eltern und auch als Paar haben einiges gelernt. Wir haben gelernt uns zurückzustellen ohne uns selbst ganz zu vergessen (ein Reifeprozess, der wahrscheinlich auch noch nicht ganz abgeschlossen ist ;)). Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass Eltern sein anstrengend ist, an den Nerven zehren kann und eine Herausforderung an uns als Liebespaar ist. So manche Diskussion über Erziehung, Zeit, Aufgabenbereich (Haushalt, Arbeit, etc.) und einiges mehr haben wir natürlich auch schon hinter (und ziemlich sicher auch noch vor) uns. Wir haben dadurch aber auch gelernt, dass so manches Drama besser auszuhalten ist wenn man eine Familie, ein sich liebendes (Ehe)Paar ist.

Und das Frühlingskind? Das ist das wirklich Wunder. Was er alles in den letzten 6 Monaten gelernt hat (und das ganz selbstverständlich und nebenbei) ist wohl jeden Preis dieser Welt wert. Er musste sich inerstmal in einer Welt außerhalb des schützenden Mutterbauches zurechtfinden. In einem neuen zu Hause mit allerhand neuen Menschen. Er hat gelernt seine Stimme zu gebrauchen (lachen, schreien, quietschen, lallen, …). Er hat seinen Körper entdeckt (wie gut der Daumen und der große Zeh beispielsweise schmecken). Er hat bald entdeckt, dass die Welt viel besser zu erkunden ist wenn man sich erstmal vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück drehen kann. Und wie toll es erst ist wenn die Umgebung auf eigene Faust, krabblend zu erkunden ist. Wie viel Spaß es machen kann sich an Dingen hochzuziehen und wie enttäuschend es ist dann wieder umzufallen. Er hat die großartige Entdeckung ‚Essen‘ gemacht (huiii was für ein Gewinn!). Er weiß jetzt auch, dass Schlaf doch ab und zu erholsam sein kann. Und: er wächst und wächst und wächst. Er lernt unaufhörlich Neues. Entdeckt jeden Tag wieder etwas das seine Aufmerksamkeit weckt und seine Geschicklichkeit erfordert. Ein Wunder wie leicht, kompetent und selbstverständlich er mit der Komplexität des Lebens umgeht. Großartig!

Und zum Abschluss noch ein paar Mama-Erkenntnisse:

– gute Ratschläge begleiten dich immer, aber man lernt immer besser damit umzugehen

– Muttermilch-Baby-Kotze auf deiner Kleidung gibt Flecken

– über Kacke in der Windel kann man sich tatsächlich freuen und ein Pipistrahl beim Öffnen der Windel kann ziemlich lustig sein

– Furzgeräusche, Grimassen und Tierlaute bestimmen deinen Alltag und du kommst dir mit der Zeit auch in der Öffentlichkeit damit nicht mehr dämlich vor

– Mütter vergleichen grundsätzlich ihre Babys immer und überall. Davon muss man sich abgrenzen lernen.

– was dir andere Mamas über ihre Babys erzählen (bestes Beispiel Schlafgewohnheiten!) muss zwangsläufig nicht immer stimmen…

– Babykleidung, Zubehör und alles was so gebraucht wird kann gut und gerne gebraucht gekauft werden. Dem Baby ist es nämlich ziemlich Wurst wie viele Kiddies vor ihm das schon anhatten oder drinnen gesessen sind.

– ein Tragetuch ist unverzichtbar, man ist aber auch keine Rabenmutter wenn man sein Kind im Kinderwagen herumkutschiert

– Babybrei selbst zubereiten ist super (zeitaufwendig), ab und zu ein Gläschen aufmachen erleichtert die Sache ungemein

– andere Mamas als Verbündete zu haben ist unumgänglich. Irgendwie, irgendwann und irgendwo muss man sich austauschen können. Es ist aber auch wichtig sich nicht nur als Mamas zu treffen – Auszeiten sind wichtig um funktionieren zu können!

– von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sind wir noch weit entfernt, vor allem wenn es um Karenz und Erziehung geht…

– man lernt nie aus. Erkenntnisse über sich selbst, das eigenen Kind und das Leben kommen jeden Tag 🙂

 

So und jetzt heißt es bei uns: happy halben Geburtstag liebes Frühlingskind! ❤

 

 

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