Ab heute ist der Papa daheim oder: wenn die Väterkarenz beginnt…

In meiner Vorstellung von Partnerschaft, Ehe und Elternschaft steht eines ganz oben: Gleichberechtigung.
Mein Lieblingsmann lebt, schläft und arbeitet in unserem gemeinsamen Haus genauso wie ich. Also ist es für mich selbstverständlich, dass er, wie ich auch, abwäscht, den Müll raus bringt, die Wäsche macht und sich um unser gemeinsames Kind kümmert. Dafür erhält er kein Lob. Wird auf kein Podest gestellt. Bekommt keine Medaille für Ehrendienste verliehen. Wird nicht anerkennend in Gesprächen erwähnt. Warum auch. Ich erachte dies als notwendigen Teil um miteinader leben zu können.
Der Lieblingsmann sieht das genauso. Auch mir kommen keine der oben genannten Ehrentitel zu. Zusammen leben bedeutet auch einen Haushalt gemeinsam zu schmeißen.

Vor mittlerweile fast zwei Jahren wurden dann auf einem Schwangerschaftstest die berühmten zwei Striche sichtbar. Diese Situation lässt viele Frauen (leider) wieder in alte Rollenbilder verfallen. Warum? Weil es noch lange nicht die Norm ist, dass man sich, neben Haushalt und Kindererziehung auch die Karenzzeit teilt.
Bei uns ist das allerdings anders. Als ich in eine mittlere Krise gestolpert bin während sich die beiden rosaroten Striche am Schwangerschaftstest gebildet haben, ist der Lieblingsmann seelenruhig geblieben. Hat einen Plan gemacht. Sich überlegt wie es ist bald zu dritt zu sein.
Relativ schnell hat der Lieblingsmann von seinem Recht gebrauch gemacht in Karenz gehen zu können. Hat von mir seinen Teil des Kuchens eingefordert. Bald stand bei uns also tabula rasa an. Die für uns passende Variante des Karenzmodells wurde gewählt. Und wir haben vereinbart uns die Karenzzeit zu teilen. Halbe halbe. Ich das erste Jahr, er das zweite Jahr.

Das erste Jahr mit unserem Frühlingskind ist schneller vergangen als erwartet (das Ganze ist hier nachzulesen…) und somit stand vor nicht allzu langer Zeit mein Wiedereinstieg ins Berufsleben (das wiederum ist hier und hier nachzulesen) und der Karenzbeginn des Lieblingsmannes vor der Tür.
Aber halt. Sooo einfach war das alles natürlich nicht. Schließlich leben wir in Österreich. Bürokratie wird hier GANZ GROSS geschrieben.
Drei Monate vor Karenzantritt muss der Lieblingsmann seinem Arbeitgeber von seinem Vorhaben berichten. Wer jetzt allerdings denkt easypeasy: ganz falsch.
Der Lieblingsmann meldet also im Februar diesen Jahres bei seinem Arbeitgeber (ein großes, sehr renommiertes deutsches Autohaus…) seine nahende Karenz an. Die erste Reaktion seitens des Unternehmens? Nein, auf die Barrikaden! Ein Mann in Karenz? Länger als vier Monate? Das geht doch nicht! So was haben wir ja noch nie erlebt!
„Lieber Lieblingsmann (Name seitens der Redaktion geändert 😉 ), wenn du gerne so lange (Anm.: 10 Monate) zu Hause bleiben möchtest, dann können wir uns gerne einvernehmlich trennen.“.
Moment… Wie bitte? Einvernehmlich trennen? Der Lieblingsmann möchte lediglich von seinem Recht, in Karenz zu gehen, um sein Kind, sein eigenes Kind, zu betreuen, Gebrauch machen. Er bleibt nicht zu Hause um Bier zu trinken, Fußball zu schauen und die Beine hoch zu legen. Er möchte zu Hause bleiben um zu sehen wie sein Kind groß wird, ihm die nötige Liebe und Sicherheit bieten.
Das Unternehmen in welchem der Lieblingsmann beschäftigt ist, konnte/kann dies nicht nachvollziehen. „Was macht denn deine Frau? Kann die nicht zu Hause bleiben?“, war der Folgesatz. Nein. Kann sie nicht. Die Frau des Lieblingsmannes kann es sich nämlich, genauso wenig wie jeder Mann, nicht leisten ewig von ihrem Arbeitsplatz fern zu bleiben.
Auch für Frauen ist es schwierig nach längerer Karenzzeit
– wieder Anschluss zu finden
– wieder im Unternehmen und in ihrem Berufsfeld Fuß zu fassen
– wieder einzusteigen
– überhaupt wieder im Unternehmen eingestellt zu werden.

Das Unternehmen hat dem Lieblingsmann dann auch noch deutlich (unfreundlich) mitgeteilt, dass er sich nicht schlau zu machen habe (Anm. damit war der Weg zum Betriebsrat und zur AK gemeint), das solle er mal ganz ihnen (den Großen, Mächtigen …) überlassen. Daraufhin hat der Lieblingsmann erst recht zahlreiche Termine beim Betriebsrat, der Arbeiterkammer und nicht zu letzt bei unserem Anwalt wahrgenommen. Sich informiert. Fakten eingeholt. Sich schlau gemacht. Sich sein Recht schwarz auf weiß bestätigen lassen.
Der Weg zur Karenz wurde dem Lieblingsmann mehr als nur schwer gemacht. Die zahlreichen Sticheleien seiner Arbeitskollegen (hier wird mit Absicht nur die männliche Form verwendet, da es keine weiblichen Kolleginnen gibt…) waren genauso schlimm, verletzend und rückständig wie das Verhalten das sein Arbeitgeber an den Tag gelegt hat.
Was allerdings zu erwähnen ist und dafür wird der Lieblingsmann auf ein Podest gestellt und anerkennend erwähnt, dass er hartnäckig geblieben ist. Er hat sich von Sätzen wie: „Tja, lieber Lieblingsmann (Name von der Redaktion geändert 🙂 ), wenn einer aus der Stammmannschaft geht, dann muss jemand anders nachfolgen und wenn du dann zurückkommst, wird einer zu viel sein (…).“, „Ich hätte jetzt auch gerne zehn Monate frei.“, „Ein bissal Puppenwagerl schieben kann ja nicht so schwer sein.“, der Tatsache, dass ihm Fortbildungen gestrichen wurden und ihm der Arbeitsalltag im Unternehmen generell schwer gemacht wurde, nicht abschrecken lassen.
Ihm ist es wichtiger diese so wertvolle Zeit gemeinsam mit seinem Sohn zu verbringen. Seine ersten Schritte mitzuerleben. Seine ersten Worte zu hören. Beim Aufwachen sein Lachen zu sehen und beim Einschlafen seinen tiefen Atem zu spüren.

Ab jetzt ist also der Papa daheim. Wäscht. Kocht. Putzt. Übernimmt die Kindererziehung. Arbeitet. Tut all das, was Frauen schon seit Jahrtausenden tun. Macht all dies völlig selbstverständlich. Weil es das auch ist. Denn auch er lebt, schläft und arbeitet in unserem gemeinsamen Haus.
Das finden wir ganz „normal“. Nur sein Arbeitgeber sieht das anders. Aber auch das finden wir ganz „normal“. Leider.

Zum Schluss noch ein Aufruf.
An euch Männer:
geht in Karenz! Euren Frauen zu liebe. Euren Kindern wegen. Seid Vorbild!

An euch Frauen:
geht arbeiten! Euch zu liebe. Euren Kindern wegen. Seid Vorbild!

Es wird Zeit, dass sich was dreht. Und das schaffen wir nur gemeinsam. Wenn wir alle an einem Strang ziehen.

 

 

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Premiere: mein erster RUMS

Schon viel davon gehört, schon oft darüber gelesen. RUMS – rund ums Weib. Herrlich. Allein dieser Name klingt schon vielversprechend, findet ihr nicht?

Jedenfalls dachte ich mir, das interessiert mich. Und hab mal ein bisschen nachgeforscht.
RUMS ist eine Bloggerparty bei der wir Ladies jeden Donnerstag für uns ganz allein genähtes präsentieren können.
Tolle Sache, da mach ich doch einfach mal mit. Nachdem das mit der Zeit und dem für mich selber nähen aber so die Sache ist, schiebe ich diesen RUMS #1 schon ein Zeiterl vor mich her. Heute aber ist es soweit. Mein erster RUMS Donnerstag!
Und diesen begehe ich sogleich mit einem ganz besonderen Teil. Nämlich der Chill@Home von muckelie. Ein geniales Teil, das, wie ich finde, nur zum zu Hause chillen viiiiiel zu schade ist 🙂
Hosen kaufen gehört nicht gerade zu meinen allergrößten Hobbies… Meistens zwickt es, sitzt nicht richtig und von figurumschmeichelnd möchte ich erst gar nicht anfangen… Dieses Wunderding ist aber richtig genial. Cooler Schnitt, super Passform und obendrein selbst gemacht. Was will das Frauen-Näherinnen-Herz mehr?! ❤

So, jetzt aber genug geschwafelt, lassen wir Bilder sprechen 🙂

Chill@Home ganz

 

Hier zur Abwechslung mal ein Foto von mir in voller Pracht. Und natürlich in meiner frisch genähten Chill@Home.

 

 

 

 

Chill@Home

 

Meine Chill@Home habe ich aus schwarz-weiß-gepunktetem Jersey genäht. Die Bündchen sind bei mir rot ausgefallen, da ich im Moment total auf die Kombi rot-weiß-schwarz abfahre.
Auf diesem Bild beachte man bitte besonders meine Socken: schwarze Woll-Zehen-Socken mit bunten glitzer Bommeln – freeeeak oooout! 😀

 

 

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Bei meinem Bändchen handelt es sich schlicht und ergriffen um ein stinknormales Schuhband.
Die Ösen habe ich etwas versetzt am Rand angemacht. Da war mir einfach so nach 🙂

 

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Und hier noch ein Foto auf dem man sehr gut diesen genialen, weiten und absolut chilligen Hosenboden sehen kann – I like ❤

 

 

 

Auch wenn mich bei diesem Nähprojekt der Jerseystoff fast zur Weißglut getrieben hat (ich sage nur einrollen deluxe 😥 ), das Ergebnis kann sich, denke ich, sehen lassen. Ein neues Lieblingsteil ist entstanden!

Wenn ihr noch auf der Suche nach einer luftigen, coolen und perfekt sitzenden Sommerhose seid: Chill@Home, baby! 😉

Verlinkt bei RUMS.

Sommer, Sonne, Sonnensegel

Nachdem der Sommer (scheinbar) vor der Tür steht, ist auch die Radfahr-Zeit wieder eröffnet.
Somit wurde auch unser toller Fahrradanhänger aus dem Winterschlaf geholt und am Wochenende das erste Mal wieder Probe gefahren. Und, was soll ich sagen, das Frühlingskind klettert schon von selbst hinein und gluckst vor Freude sobald es los geht.
Die fröhliche Gluckserei nimmt allerdings ein jähes Ende sobald die Sonne in das schnittige Fahrzeug unseres Zwerges scheint. Das mag unser Mini nämlich so gar nicht.
Deshalb hat sich Mama flux ins Internet geklemmt und mal gegoogelt was es da so gibt. Und siehe da, es gibt (natürlich) ein Sonnenverdeck für unseren Zweisitzer. Allerdings ist dieses nicht ganz für unsere Zwecke gemacht, denn es deckt nur einen kleinen Teil des Einstiegs ab, kann somit nicht bis ganz nach unten gezogen werden und ist damit nicht brauchbar wenn es auch für Verdunklungszwecke benutzt werden soll.

Es bleibt also nix andres übrig als selbst Hand anzulegen.
Und nachdem sich das Ergebnis, wie wir finden 😉 , tatsächlich sehen lassen kann, möchte ich euch unser Sonnensegel nicht vorenthalten.

benötigtes Material:
– Baumwollstoff
– Nähmaschine
– Nähgarn
– Schuhbänder
– Kam Snaps

Anleitung:
Messt den Einstieg eures Anhängers möglichst genau aus. Wir haben den grünen Flitzer für zwei Kids, die Maße richten sich also nach dieser Variante.
Im fertigen Zustand hat meine Variante des Sonnensegels 49 cm x 60 cm.

Schneidet euch aus dem gewählten Baumwollstoff ein Rechteck mit den Maßen 62 cm x 102 cm (1 cm Nahtzugabe auf jeder Seite) aus.
ausgeschnittenes Rechteck

 

 

 

 

Rundherum solltet ihr die Kanten säumen, da Baumwollstoff zum Ausfransen neigt.
versäumen

 

 

 

 

Nach dem Versäumen faltet ihr euren Stoff gleichmäßig zur Mitte hin und bügelt die Seiten gut fest. So fällt es euch nachher leichter die Tunnel zu nähen.

Seiten umschlagengefaltetes Rechteck

 

Jetzt faltet ihr euer Rechteck wieder auf, legt den Stoff rechts auf rechts und näht die offene Seite zusammen (denkt an die NZ von 1 cm).
zusammennähen

 

 

 

 

Dreht euer Segel nun wieder auf die rechte Seite (die schöne 🙂 ) und näht links und rechts vom Rand einen Tunnel im Abstand von 0,5 cm zum Rand (gut vernähen!). Ich habe hierfür einen grünen Faden verwendet, da ich das als Kontrast sehr hübsch finde.
Tunnel nähen

 

 

 

 

Jetzt zieht ihr auf beiden Seiten in eure Tunnel die Schuhbänder ein. Schneidet diese aber vorerst noch nicht ab.
Schuhband einziehen

 

 

 

 

Dreht den Stoff nun wieder auf die linke (nicht so schöne) Seite und näht die offenen Seiten zu. Achtet dabei allerdings darauf, dass ihr euren Tunnel nicht zunäht. Ich habe mir dafür eine Nadel gesteckt, damit ich genau sehen kann wie weit ich nähen darf.
Vergesst nicht auf einer Seite eine kleine Wendeöffnung zu lassen.
Nähte schließen

 

 

 

 

Wendet das Segel durch die Wendeöffnung. Jetzt steppt ihr euer Segel oben und unten (die Seiten die ihr gerade geschlossen habt) noch im Abstand von 0,5 cm ab.
Zieht jetzt euer Segel auf den Schuhbändern möglichst glatt, damit ihr seht wie lange diese sein müssen. Rechnet dann auf jeder Seite ca. 2 cm hinzu und schneidet die Bänder ab. Jetzt müssen die Schuhbänder an beiden Enden gut angenäht werden. Ich habe sie zweimal umgeschlagen und wirklich gut vernäht, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sie sich aufdröseln.
vernähtes Schuhband vernähtes Schuhband

 

Nun kommen die Kam Snaps an die Reihe. Auf einer Seite wird der Druckknopf am Schuhband angebracht und auf der anderen direkt am Segel.
Druckknopf Schuhband Druckknopf Stoff

 

Und feeertig ist das Segel.
Aber es muss natürlich noch am Gefährt befestigt werden. Dazu werden die Gegenstücke der Druckknöpfe am Anhänger befestigt. Nur Mut Löcher in den schönen (grünen) Stoff hineinzustechen 🙂
Das Segel wird zwischen Moskitonetz und Regenschutz montiert. Richtet das Segel mittig am Einstieg aus und markiert euch die Stellen für die Druckknöpfe.
fertig montiert

 

 

 

 

 

 

Das fertige Segel kann nun ganz individuell verschoben werden und entweder ganz nach oben gerafft, auf Halbmast gestellt oder ganz nach unten und somit als Verdunklung genutzt werden.
Viel Spaß beim Nähen ❤

Croozer Collage

Verlinkt bei made4boys

Bed of nails oder Nagelbrett deluxe

Wer kennt sie nicht, die glatten, hölzernen Bretter, die mit kleinen Nägeln versehen sind und ihren ganzen „Lernsinn“ erst mit den zauberhaft roten Gummibändern entfalten.
Ihr merkt wahrscheinlich schon, ich mag sie, diese niedlichen kleinen Dingerchen.

Aber jetzt mal im Ernst. Nagelbretter sind eine tolle Sache. Vielfältig einsetzbar (nahezu in jedem Fach und zu jedem Thema). Bieten mittels Lösung auf der Rückseite eine gute Selbstkontrolle und sind obendrein auch noch easypeasy und kostengünstig herstellbar.

benötigtes Material:
– Regalbretter (am besten Fichte)
– Säge (Kreissäge, Handkreissäge, Stichsäge, oä)
– Bandschleifer (oder Hobelmaschine)
– Stahlnägel (2mm x 30mm)
– Hammer
– Gummiringerl

Ein paar Tipps vorab:
Größenangaben findet ihr in dieser Anleitung absichtlich nicht. Denn je nachdem wie groß eure Nagelbrettvorlagen sind, variiert natürlich auch die Größe. Als Grundregel gilt aber, das Nagelbrett ca. 5 cm breiter und auch 5 cm länger als eure Vorlage zu machen, damit die Nägel eingeschlagen werden können, ohne, dass das Holz springt.
Außerdem sei gesagt, dass sich Hartholz für die Nagelbretter nur bedingt eignet, da es beim Einschlagen der Nägel sehr leicht springt.

Anleitung:
Schneidet das Regalbrett auf die gewünschte Länge ab.
Um Verletzungen vorzubeugen werden die Kanten des Bretts mit Hilfe des Hobels abgerundet und die Oberflächen und Schnittflächen abgeschliffen.
Um die korrekte Position der Nägel zu bekommen, legt ihr euch die Vorlage auf das abgeschliffene Brett (mit etwas Klebeband befestigen, damit es nicht verrutschen kann) und stecht mit einem Nagel Markierungen neben eure Vorlage.
Um sicher zu gehen, dass euch das Holz nicht springt, ist es sinnvoll die Spitze der Nägel etwas abzustumpfen. Dazu dreht ihr den Nagel auf den Kopf und klopft mit dem Hammer auf die Spitze. Danach werden die Nägel an den zuvor markierten Stellen ins Holz geschlagen.
Ich habe oben und unten mittig noch jeweils einen Nagel gesetzt, damit die Vorlage nicht vom Brett rutschen kann. Das ist aber nicht unbedingt notwendig.
Jetzt noch die Gummiringerl einspannen und fertig ist das Brettchen 🙂

Nagelbrett Collage

Mama muss jetzt arbeiten… Part II

Wie ihr in einem meiner früheren Beiträge wahrscheinlich schon gelesen habt, stehe ich seit geraumer Zeit wieder im Berufsleben. Seit Anfang Mai arbeitet die Mama wieder. Mit Leib und Seele. Mit Hingabe. Mit viel Spaß und Freude.

Immer wieder treffe ich aber auch auf Gegenstimmen. Mit Aussagen wie: „krass, als mein(e) Kleine(r) in dem Alter war habe ich noch nicht ans Arbeiten gedacht.“, oder „was? Du gehst jetzt schon wieder arbeiten?“, oder die, die es etwas „netter“ formulieren: „wow, das hätte ich damals niemals gekonnt.“.
Ihr lieben Gegenstimmen ich sage euch was: ich gehe arbeiten, weil es mir Spaß macht, weil es mich glück macht und erfüllt und, weil ich unabhängig und frei sein will.
1,5 Jahre war ich zu Hause. Ein Jahr davon mit meinem Frühlingskind. Und das habe ich in vollen Zügen genoßen. Ich war, nein, ich BIN Vollblutmama. Trotz, oder gerade wegen der Arbeit. Aber ich bin keine Vollblut(zeit)hausfrau und ich bin auch nicht der Typ Mutter, der mit seinem Kind den ganzen Tag am Fußboden sitzt, spielt, singt und ein straffes Programm hält.
Für mich muss es mehr sein. Und von der Einstellung, dass das Kind zur Mutter gehört und dort (nämlich ausschließlich) die ersten drei Jahre verbringen muss, halte ich schon gar nichts. Kinder gehören unter Kinder um Kind sein zu können. Meine Meinung.
In unserem Fall ist bekommt das Frühlingskind auch die beste der besten Betreuung: seinen Papa. Der ist nämlich in Karenz. Ein ganzes Jahr lang. Bam. Ihr Nasen.

Und was bei meinem Wunsch nach Arbeit auch noch mitschwingt, ist der Drang frei und unabhängig sein zu können. Und zwar in erster Linie finanziell. Dieser Wunsch ist in einem Land, in dem jede dritte Ehe geschieden wird, wohl nur nachvollziehbar (zumindest für manche). Das bedeutet weder, dass ich negativ gestimmt bin, noch, dass es in meiner Ehe kriselt, noch sonst irgendetwas in diese Richtung. Es ist rein sachlich und praktisch gedacht.
Der Gedanke, dass ich mit Mitte 40 oder Mitte 50 plötzlich alleine, ohne Job, ohne Mann und vorallem ohne Zukunftsperspektive da stehe, macht mir, um ehrlich zu sein angst. Auch das spielt(e) bei meiner Entscheidung, nach ’nur‘ einem Jahr Muttersein wieder arbeiten zu gehen, mit.

Die Gespräche und die Diskussionen zwischen arbeitenden und daheimbleibenden Müttern finde ich oft anstrengend, machen mich manchmal wütend und sind häufig auch bereichernd.
Was ich aber per tu nicht aushalte, sind diese Vorwürfe in der Stimme der Mütter die sich anders entschieden haben als ich.
Entscheidet euch für was auch immer ihr wollt, aber respektiert die Entscheidungen der anderen (Mütter). Ich trete euch auch nicht mit Sätzen wie „verblödest du nicht wenn du nur zu Hause gutschigu machst?“ oder „hast du nicht angst irgendwann alleine und pleite sitzen zu bleiben?“ gegenüber. Also bitte tretet mir auch nicht mit oben genannten entgegen.

Einmal mehr der Appell an alle Mamas: hören wir doch endlich auf aufeinander rumzuhacken und fangen wir endlich an einander zu unterstützen.

Frisch und frei macht der Mai :)

Jetzt ist der da: der Mai. Der alles neu macht. Frisch und frei.
Ich hoffe mal ihr seid heute alle fleißig im Mairegen gestanden, denn der macht ja bekanntlich schön und spült alle Sorgen fort 🙂

Ich wünsche euch einen wundervollen frischen, freien, neuen Mai ❤

alles neu macht der Mai