Mama muss jetzt arbeiten… Part II

Wie ihr in einem meiner früheren Beiträge wahrscheinlich schon gelesen habt, stehe ich seit geraumer Zeit wieder im Berufsleben. Seit Anfang Mai arbeitet die Mama wieder. Mit Leib und Seele. Mit Hingabe. Mit viel Spaß und Freude.

Immer wieder treffe ich aber auch auf Gegenstimmen. Mit Aussagen wie: „krass, als mein(e) Kleine(r) in dem Alter war habe ich noch nicht ans Arbeiten gedacht.“, oder „was? Du gehst jetzt schon wieder arbeiten?“, oder die, die es etwas „netter“ formulieren: „wow, das hätte ich damals niemals gekonnt.“.
Ihr lieben Gegenstimmen ich sage euch was: ich gehe arbeiten, weil es mir Spaß macht, weil es mich glück macht und erfüllt und, weil ich unabhängig und frei sein will.
1,5 Jahre war ich zu Hause. Ein Jahr davon mit meinem Frühlingskind. Und das habe ich in vollen Zügen genoßen. Ich war, nein, ich BIN Vollblutmama. Trotz, oder gerade wegen der Arbeit. Aber ich bin keine Vollblut(zeit)hausfrau und ich bin auch nicht der Typ Mutter, der mit seinem Kind den ganzen Tag am Fußboden sitzt, spielt, singt und ein straffes Programm hält.
Für mich muss es mehr sein. Und von der Einstellung, dass das Kind zur Mutter gehört und dort (nämlich ausschließlich) die ersten drei Jahre verbringen muss, halte ich schon gar nichts. Kinder gehören unter Kinder um Kind sein zu können. Meine Meinung.
In unserem Fall ist bekommt das Frühlingskind auch die beste der besten Betreuung: seinen Papa. Der ist nämlich in Karenz. Ein ganzes Jahr lang. Bam. Ihr Nasen.

Und was bei meinem Wunsch nach Arbeit auch noch mitschwingt, ist der Drang frei und unabhängig sein zu können. Und zwar in erster Linie finanziell. Dieser Wunsch ist in einem Land, in dem jede dritte Ehe geschieden wird, wohl nur nachvollziehbar (zumindest für manche). Das bedeutet weder, dass ich negativ gestimmt bin, noch, dass es in meiner Ehe kriselt, noch sonst irgendetwas in diese Richtung. Es ist rein sachlich und praktisch gedacht.
Der Gedanke, dass ich mit Mitte 40 oder Mitte 50 plötzlich alleine, ohne Job, ohne Mann und vorallem ohne Zukunftsperspektive da stehe, macht mir, um ehrlich zu sein angst. Auch das spielt(e) bei meiner Entscheidung, nach ’nur‘ einem Jahr Muttersein wieder arbeiten zu gehen, mit.

Die Gespräche und die Diskussionen zwischen arbeitenden und daheimbleibenden Müttern finde ich oft anstrengend, machen mich manchmal wütend und sind häufig auch bereichernd.
Was ich aber per tu nicht aushalte, sind diese Vorwürfe in der Stimme der Mütter die sich anders entschieden haben als ich.
Entscheidet euch für was auch immer ihr wollt, aber respektiert die Entscheidungen der anderen (Mütter). Ich trete euch auch nicht mit Sätzen wie „verblödest du nicht wenn du nur zu Hause gutschigu machst?“ oder „hast du nicht angst irgendwann alleine und pleite sitzen zu bleiben?“ gegenüber. Also bitte tretet mir auch nicht mit oben genannten entgegen.

Einmal mehr der Appell an alle Mamas: hören wir doch endlich auf aufeinander rumzuhacken und fangen wir endlich an einander zu unterstützen.

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2 Gedanken zu “Mama muss jetzt arbeiten… Part II

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