Der Druck des perfekten after Baby Bodies

Gerade habe ich mir das Video von Carolin Kebekus angesehen, in dem sie über ihren ‚After Baby Body‘ nachdenkt. Und das ist wirklich genial. Das müsst ihr euch unbedingt ansehen! Das Video findet ihr hier.

Dieses Video hat mich dazu bewogen, mal wieder über meinen After Baby Body nachzudenken.
Jede Frau kann doch, auch nach dem vierzehnten Kind, back to the perfect Body. Das machen uns die wundervollen Victoria’s Secret Models, die unfehlbaren Schauspielerinnen und die makellosen Stars und Sternchen tagtäglich vor. Ein bisschen Engagement und etwas mehr Motivation meine Damen! Zwischen Dauerstillen, Gaga-Lulu-Windeln-Wechseln, Brei-vom-Boden-Fenstern-und-Wänden-wischen, siebtes-in-den-Schlaf-Lied-singen, zehntes-Mal-umziehen-weil-nass-und-oder-voll-mit-Gaga-Lulu-Sonstigem, werdet ihr doch wohl noch die eine oder andere Minute ‚für euch‘ abzwicken können?! Und mit ‚die eine oder andere Minute abzwicken‘ meine ich Workout, liebe Ladies. Sit-ups, Seilspringen, Kniebeugen. Alles Dinge die auch ‚von zu Hause‘ und ‚zwischendurch‘ bewältigbar sind. Also bitte. Und ansonsten, wie wärs mit einem ‚Onlinefitnesskurs‘? Natürlich mit ‚persönlichem Coaching‘. Dann werdet ihr es endgültig schaffen euren Körper zu formen und zu perfektionieren.

Nein? Dann Willkommen im Club meine Damen. Bei meinem aBB handelt es sich um das ‚klassische Versagen‘, welches Fr. Kebekus in ihrem Video so herrlich ironisch beschreibt. Schwabbelig. Dehnungsstreifen. Breit. Untrainiert. Fettschürze. [hier weitere ‚Versagensadjektive‘ einfügen]. Ich bin weit weg vom Victoria’s-Secret-Schauspiel-Star-Ideal welches uns tagtäglich mit voller Wucht mitten ins Gesicht trifft (das schlechte Gewissen wird frei Haus geliefert).
Ich bin bereits jetzt, mit meinen jugendlichen 29, nicht mehr „fickbar“ und schon gar keine „MILF“. Zumindest wenn man danach geht was auf diversen Internetseiten, sozialen Medien, oä. herumgeistert. Und das ist schließlich die einzig wahre Wahrheit, meine lieben Mitmütter!
Ich habe also… versagt. Meine Kleidergröße ist, und meine Schwangerschaft ist immerhin schon 16 Monate her, ein bis zwei Größen nach oben gewandert. Ja, nach oben. Ich meine, krass, oder? Ich habe tatsächlich einen größeren Hintern, breitere Hüften und dickere Oberschenkel als vor der Geburt meines Kindes. Und hey, ich habe erst ein Kind geboren. Mir schwahnt Böses… Vielleicht sollte ich mir für meine zweite Schwangerschaft auch eine Leihmutter suchen. So wie Fr. Kebekus es andenkt. Ich meine, nur um sicher zu gehen, dass ich nicht noch tiefer in die ‚Fettspirale‘ gerate. Nicht auszudenken was auf Facebook, Twitter und Co. über mich geschrieben würde, wanderte meine Kleidergröße noch weiter nach oben, anstatt nach unten…
Auch ich möchte jetzt und hier offiziell Druck auf alle jungen Mütter ausüben. Seid perfekt. Seid unfehlbar. Arbeitet an eurem Körper. Macht es um Himmelswillen besser als ich. Ansonsten: siehe oben.
Legt euer Kind doch einfach mal weg. Lasst es schreien (das kräftigt ohnehin die Lungen…). Legt euch mal auf die Matte. Macht ein paar Sit-Ups, Kniebeugen oder ganz easy: nehmt an einer ‚Plank-Challenge‘ teil. Und wenn eure Kleinen dann noch keinen ganz hochroten Kopf haben (ich schätze das ist auch suuuper für die Durchblutung, aber das ist jetzt nur so mein Gedanke…), dann macht doch einfach noch ein paar herrlich entspannende Yogaübungen. Ihr werdet sehen: wie neugeboren. Da tut ihr mal was für euch. Körper und Geist. Und so. Dann gehts auch gleich viel lockerer wieder zurück an die Arbeit, die ja während eurem super entspannten Workout doch ein bisschen gelitten hat. Aber hey, denkt an euren after Baby Body, meine Lieben. Immerhin steht der Sommer bevor. Bikinifigur!

Für alle die sich bis hierhin durchgelesen haben: wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, I don’t give a fu*k darauf wie ein ‚after Baby Body‘ auszusehen hat. Weil jeder ‚after Baby Body‘ nämlich völlig individuell, anders und auf seine Weise schön ist. Mit all seinen Makeln, Schrammen und Beulen. Jede Frau ist anders. Sieht anders aus. Eine Schwangerschaft ist ein Extremsituation. Für Körper und Geist. Eine Geburt verändert. Nicht nur das Leben, sondern auch den eigenen Körper. Das ist ein Lernprozess. Ich musste mich neu kennenlernen. Wieder zu mir finden. Mich ein Stück weit wieder lieben lernen. Bei mir ist dieser Lernprozess wahrscheinlich noch lange nicht abgeschlossen. Was ich aber ganz sicher weiß, ist, dass ein Lernen unter Druck nicht stattfinden kann. All die Magerladies in den Medien die, selbst nach der dritten Geburt, keinen einzigen Dehnungsstreifen haben und nach vier Tagen wieder voll einsatzbereit am Laufsteg herumstöckeln, sind schlicht und ergriffen nicht echt. Kein bisschen.

Steh zu dir. Sei nicht zu hart zu dir selbst. Führe dir vor Augen was du mit der Geburt deines/deiner Kindes/Kinder geleistet hast. Was du leistest in dem du tagtäglich Frau und Mutter bist. Sei glücklich, so wie du bist. Respektiere dich und deinen Körper. Finde Einklang mit dir selbst. Wenn nötig auch mit eine Plank-Challenge. 😉

Respektiere dich selbst, respektiere andere und übernimm Verantwortung für das was du tust.

Dalai Lama
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Ein Gedanke zu “Der Druck des perfekten after Baby Bodies

  1. howtobepapa schreibt:

    Hey, schöner Beitrag. Magst du mal meinem Blog folgen und lesen? Vielleicht was für deinen werdenen Papa 😉 howtobepapa.wordpress.com

    Gefällt mir

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