Drei Monate zu viert: oder wie es ist plötzlich Zweifachmama zu sein

Hallihallo ihr Lieben, hiermit melde ich mich offiziell zurück. Das Wochenbett habe ich erfolgreich hinter mich gebracht und die ersten Monate haben wir genutzt um als Familie zusammenzuwachsen.
Es ist also an der Zeit ein kleines Fazit zu ziehen.

Drei Monate liegen nun schon als Zweifachmama hinter mir. Der Alltag hat uns allmählich wieder und wir haben uns schon prima als Familie zusammengefunden.

Die Geburt unserer kleinen Zaubermaus war wunderbar. Ich hätte nie gedacht so etwas jemals über eine Geburt sagen zu können. Aber es ist tatsächlich so, dass mich meine zweite Geburt für die erste entschädigt hat. Wie traumatisch und unschön die Geburt des Frühlingskindes war, habe ich ja bereits hier beschrieben.
Diesmal ging es flott, gute vier Stunden und war durch eine liebevolle, kompetente und aufmerksame Hebamme begleitet.
Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir uns für die Geburt unseres zweiten Kindes nämlich bereits in SSW 6 dazu entschieden, unsere eigene, uns vertraute Hebamme mit ins Krankenhaus zu nehmen. Das schien uns als der gute Mittelweg zwischen heimeliger Haus- und unpersönlicher Krankenhausgeburt. In Salzburg ist es allerdings erstens nicht ganz einfach eine Hebamme zu finden die ins Krankenhaus begleitet, zweitens kann man von diesem Vorteil nur im KH Hallein profitieren. Für uns war das perfekt. Die genau richtige Entscheidung.
Trotzdem es diesmal relativ flott voranging, waren die Schmerzen, auch dieses Mal, unvorstellbar. Mein Rücken schmerzte fürchterlich. Mein Gemütszustand ging von „yeah, jede Wehe bringt uns ein Stück näher an unser Mädchen heran“ am Anfang über „ich mache alles falsch, diesmal wird es leider nix“ zu „ich kann nicht mehr ich schaff das nicht“. Die Emotionen lagen nahe zusammen und das in relativ kurzer Zeit. Zusammen mit dem Lieblingsmann, der auch diesmal keine Sekunde von meiner Seite wich, unserer tollen Hebamme und meiner unvorstellbaren Frauenskraft ein Kind auf die Welt bringen zu können, erblickte unsere kleine Zuckerpflaumenelfe also am 05.11.16, um 17:40 das Licht der Welt. Nie werde ich diesen Moment vergessen, als mir dieses winzige, zerbrechliche und unwahrscheinlich schöne Mädchen auf die nackte Haut gelegt wurde. Hungrig wie sie war (und noch immer ist) hat sie bereits kurze Zeit nach der Geburt kräftig an der Brust gesaugt. Was für eine Erleichterung für mich. Hat das doch bei unserem Frühlingskind anfänglich so gar nicht funktionieren wollen (mehr dazu hier).
Wir haben eine Nacht im Krankenhaus verbracht und am nächsten Tag aufgeregt den großen Bruder empfangen. Was für ein Moment als unser kleiner Großer zum ersten Mal auf seine kleine Schwester gestoßen ist. Es war unglaublich. Er war so einfühlsam, so vorsichtig und so lieb zu unserem kleinen Bündel neuem Leben. Herrlich dies mit anzusehen.

Wir haben das große Glück, dass unsere Zweitgeborene unglaublich zufrieden und ruhig ist. Ich traue es mich kaum zu sagen, aber sie weint eigentlich nur bei Hunger oder voller Windel, schläft die Nächte bereits durch, das Stillen klappt prima und sie entwickelt sich vorbildlich. Kaum zu glauben, wenn ich an die Anfangszeit mit unserem Frühlingskind zurückdenke… Das war wohl das genaue Gegenteil. Wahrscheinlich liegt dies aber auch daran, dass ich diesmal viel entspannter bin. Ich gehe mit unserer Maus diesmal viel ruhiger und weniger aufgeregt um. Beim Großen stand immer der Gedanke, was ich nicht alles falsch machen könnte, im Vordergrund. Das ist diesmal anders. Es geht entspannter zu. Herrlich.
Auch die Eifersucht des Großen hält sich in Grenzen. Klar musste er sich immer wieder mal ausprobieren. Vor allem in der ersten Woche zu Viert war er unglaublich laut. Da war kein normales Sprechen mehr möglich, er hat jedes Wort geschrien, um sicher zu gehen, dass er auch wirklich von uns gehört wird. Auch den ein oder anderen Kratzer und Biss musste die Zwergin über sich ergehen erlassen. Zum Glück haben sich diese Attacken bald gelegt. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich die Beiden in der ersten Zeit nicht aus den Augen ließ…

Was ist jetzt aber tatsächlich anders als Zweifachmama?
– Es braucht enorm viel Zeit, zwei Kinder, bei -15°, für einen Spaziergang anzuziehen.
– Es gibt keine Sekunde mehr die nur für mich ist. Irgendwer braucht immer was.
– Zwei Kinder parallel ins Bett zu bekommen ist nahezu unmöglich.
– Den Großen in die Krabbelstube zu bringen ist wahrlich ein Abenteuer geworden.
– Der Wäscheberg verdoppelt sich nicht, nein, er vervierfacht sich.
– Duschen, Aufräumen und Putzen wird überbewertet.
– Nähen, was ist das?!
Diese Liste kann unendlich weitergeführt werden. 😉

Trotzdem es momentan manchmal unfassbar anstrengend ist, ich regelmäßig an meine Grenzen stoße und ich ab und zu gerne einfach nur losheulen würde, ist eines ganz klar: es ist nicht in Worte zu fassen wie sehr ich meine Kinder liebe und wie stolz ich auf sie bin. Aller Einschränkungen und  Anstrengungen zum Trotz. Aber das ist eigentlich eh basic.

Es gibt nichts ergreifenderes im Leben, als einem kleinen Menschen das erste Mal die Hand zu reichen und zu spüren, dass wir seine Wurzeln im Baum des Lebens sind, die ihm Halt und Geborgenheit geben.

– Reinhard Becker –

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