Stoffwindeln: eine Energie-, Kosten- und Popobilanz

Sind Stoffwindeln tatsächlich günstiger als Wegwerfwindeln? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich viele, die überlegen, auf ‚Stoffis‘ umzusteigen (oder damit anzufangen).
Auch ich hab mich schon oft gefragt wie viel Geld wohl für Pampers & Co. draufgeht. Deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht diesen, doch erheblichen Teil der Stoffwindel-Wickel-Geschichte, durchzurechnen.

Energieaufwand vs. Www-Müllberg
Ein Kind, das 2,5 Jahre gewickelt wird, hinterlässt einen Windelmüllberg der ungefähr fünf Meter hoch wäre und ca. eine Tonne schwer. Auf Grund des Plastikanteils in den Windeln bleibt uns diese dann auch noch 55 (im schlimmsten Fall 500) Jahre erhalten, ganz abgesehen davon, dass die Windeln dann auch noch in einer Plastikverpackung stecken. In manchen Städten erreichen die Www 10% des gesamten Müllaufkommens. Unglaublich oder?
Natürlich sind die Stoffis auch kein reines Umweltwunder, denn sie müssen, logischerweise, gewaschen werden und das nicht zu knapp.
Grundsätzlich versuche ich die Windeln möglichst nicht separat zu waschen, sprich es landen immer auch Handtücher, Geschirrtücher, Unterhosen und sonstige 60° Wäsche mit in der Maschine. Aber waschen ist waschen ist waschen…

Also rechnen wir mal nach: wir haben eine relativ neue Waschmaschine des Herstellers ‚Indesit‘ mit 7kg Fassungsvermögen.
Wasserverbrauch pro Waschgang (60°): ca. 47 Liter
Stromverbrauch pro Waschgang (60°): 0,94 kWh
Waschmittelverbrauch (60°): ca. 60ml
Aufs Jahr gerechnet ergeben sich folgende Zahlen (wenn alle zwei Tage gewaschen wird):
Wasserverbrauch/Jahr: 8.601L (8,6m3)
Stromverbrauch/Jahr: 172kwH
Waschmittelverbrauch/Jahr: 11L
Das ist, umwelttechnisch gesehen natürlich auch keine Nullbilanz…

Die Angaben sind ungefähre Zahlen und natürlich ohne Gewähr.

So, stellt sich auch noch die finanzielle Frage. Dieser Aspekt taucht, bei uns Eltern, die die Kohle jetzt auch gar nicht mal so dicke haben und den neugierigen FragestellerInnen natürlich auch immer schnell auf. Also habe ich das auch mal durchgerechnet.

Sind Stoffwindeln tatsächlich billiger als Www?
Ich rechne mal die Durchschnittskosten im 1. Lebensjahr.
Beginnen wir mit den Stoffwindeln:
Wasserverbrauch/Jahr (€ 2,10/m3): € 18,06
Stromverbrauch/Jahr (0,21Ct/kWh): € 36,12
Waschmittel/Jahr (€ 2,53/L): € 27,83
Anschaffungspreis Pocketwindel (€ 11,95/Stk.): € 143,40
Anschaffungspreis Überhosen (€ 17,98/Stk.): € 107,88
Anschaffungspreis Mullwindeln (€ 2,39/Stk.): € 71,70
Gesamtpreis fürs erste Wickeljahr: € 404,99

Hier habe ich mit unseren angeschafften Stoffwindeln gerechnet. Die Anschaffungskosten variieren natürlich stark nach Marke der Stoffis.

Und die Kosten für Www im 1. Lebensjahr:
Hier sei gesagt, dass unsere Maus sehr zart ist. Wir würden also immer noch mit 1er Windeln wickeln. Und ich nehme einen fiktiven Wickelintervall von anfangs 10 Windeln/Tag, dann 7 (ab dem 5. Monat). An den Rechner, fertig, los:
10 Windeln/Tag = 70 Windeln/Woche = 280Windeln/Monat
7 Windeln/Tag = 49 Windeln/Woche = 196 Windeln/Monat
Monat 1 – 5: 1.316 Windeln
Monat 6 – 12: 1.372 Windeln
Kosten Monat 1 – 3 (babylove 1 0,17Ct./Windel): € 47,60
Kosten Monat 1 – 3 (Pampers 1 0,23Ct./Windel): € 193,20
Kosten Monat 4 – 7 (babylove 2 0,15Ct./Windel): € 142,80
Kosten Monat 4 – 7 (Pampers 2 0,22Ct./Windel): € 209,44
Kosten Monat 8 – 12 (babylove 3 0,12 Ct./Windel): € 117,60
Kosten Monat 8 – 12 (Pampers 3 0,21Ct./Windel): € 205,08
Müllentsorgungskosten bei wöchentlicher Entleerung/Woche: € 4,18/40kg
Eine volle Windel wiegt im Schnitt 225g. In eine Restmülltonne passen 40kg rein.
Müllentsorgungskosten Windeln/Jahr: € 100,8
Gesamtkosten Wegwerfwindeln im 1. Lebensjahr mit babylove: € 408,80
Gesamtkosten Wegwerfwindeln im 1. Lebensjahr mit Pampers: € 708,52
Wir haben mal Pampers und mal babylove Windeln verwendet. Deshalb hab ich auch nochmal den Durchschnitt ausgerechnet.
Durchschnittliche Jahreskosten mit Www: € 558,66

Im Schnitt sind die Stoffwindeln also um € 153,67 billiger als Www.

Einige werden jetzt sagen, schön und gut, aber die Energiebilanz fällt bei Stoffwindeln nicht recht viel besser aus als bei Www und dann macht nicht mal der Preisunterschied das Kraut wirklich fett.
Auf den ersten Blick: stimmt. ABER ein Kind wird durchschnittlich drei Jahre lang gewickelt. Bei Www fällt der Betrag von € 558,66 pro Jahr an. Sprich auf ein Wickelleben gesehen macht das fette € 1.675,98 (ich habe nicht mit dem Windelpreis der größeren Www gerechnet, da steigt der Preis dann nämlich nochmal gehörig…). Bei Stoffwindeln fallen in den weiteren Jahren „nur“ mehr die Energiekosten an. Macht auf ein Stoffwickelleben € 569,01. Das gefällt schon besser, oder? Wenn dann auch noch mit einberechnet wird, dass Kinder, die mit Stoff gewickelt werden, im Schnitt früher trocken werden, steigt dieses Plus auch nochmal.

Natürlich ist dies ein fiktiv berechneter Durchschnitt der, je nachdem welche Windelmarke man benutzt (sowohl bei Stoffis als auch bei Www), wie oft man wickelt und welche Windelgröße man bei Www benötigt, bei jedem Kind bzw. Familie individuell anders ausfallen wird.

Chemie in Www
Ein ganz wichtiger Punkt, in der Überlegung ob Stoff- oder Wegwerfwindel, waren für uns auch die chemischen Inhaltsstoffe der Www. Schon irgendwie komisch, dass in Www Pipi zu Gel wird und das dann auch noch diesen unverkennbaren, chemischen Geruch entwickelt, oder?! Hmmm… Auch ich hab bei Kind N°1, Asche auf mein Haupt, daran überhaupt nicht gedacht. Aber, bekannter Maßen, lernt man/frau ja nie aus!

Inhaltsstoffe von Www:
– Polyethylen (der am meisten verwendete Kunststoff)
– Polymersalze (Kunststoffe, die ein Vielfaches ihres Eigengewichts aufsaugen können)
– Polypropylen (Kunststoff, ähnlich Polyethylen)
– Copolymer (Kunststoff, der eine bindende Wirkung hat)
– Acrylsäure (stark gesundheits- und umweltgefährdend)
– Stearylalkohol (Schmiermittel)

Die meisten Oberflächen der Www sind zusätzlich mit einer Lotion versehen, deren Inhaltsstoffe wie folgt sein können:
– Ci 61565 (Farbstoff, der bei Tierversuchen krebserregend wirkte)
– Paraffinum Liquidum (aus Erdöl hergestellt, kann die Hautporen verstopfen)
– Petrolatum (aus Erdöl hergestellt, verboten, wenn der Raffinationshergang nicht gänzlich bekannt ist)

Da Wegwerfwindeln sehr saugstark sind, bleiben diese oft lange an den Popöchen der Wickelkinder. Dadurch kann die Haut aufweichen und empfänglicher für die Aufnahme der chemischen Inhaltsstoffe sein. Das wiederum kann zu Ausschlägen, Ekzemen und Hautentzündungen führen, sprich roter-wunder-Wickelpopo.

Natürlich muss auch beim Kauf von Stoffwindeln auf deren Herstellung geachtet werden. In der Regel werden Stoffis aber vor deren Gebrauch (mehrmals) durch gewaschen. Und vor allem immer und immer wieder gewaschen, wodurch die diversen Inhaltsstoffe ‚ausgeschwemmt‘ werden.

Unser Herbstmädchen, sie wird, fast, nur mit Stoffis gewickelt, hatte bisher noch nie Probleme mit einem roten oder gar wunden Popo.
Das Frühlingskind hingegen (er wurde ausschließlich mit Www gewickelt) hatte oft mit wunden bzw. teilweise auch offenen Stellen am Popo zu kämpfen. Das hängt sicher mit der Kombination Feuchttücher (benutzen wir jetzt fast gar nicht mehr), Www und, dass er eher zu einer sensiblen Haut neigt, zusammen. Oft macht es eben die Mischung aus.

Dieser Eintrag ist ein kleiner Wegweiser, eine Durchschnittsübersicht und vor allem eines: meine persönliche Einschätzung. Dieser Eintrag soll ein bisschen neugierig und hellhörig machen. Ich bin auf den Stoffwindelzug aufgesprungen, weil es mein Beitrag zum Umweltschutz sein soll. Obendrein schützen sie auch noch den Babypopo meines Kindes. Für mich also rundum gut. 🙂

Ein Erfahrungsbericht über unsere bisherige Stoffwickelzeit ist übrigens schon im Entstehen. Ich freue mich, wenn du mitliest. 🙂

Wenn auch ihr überlegt euer Baby mit Stoffis zu wickeln oder auf Stoffwindeln umzusteigen, dann schaut doch mal bei Julia von windelwissen.de vorbei. Bei ihr kann man sich wirklich viele Infos holen und einiges über das Stoffwickelleben lernen.

 

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Wir und das Ausländerproblem

Ich grad so am surfen durch das soziale Netzwerk. Immerhin habe ich mich gerade mit meiner Seite dorthin gewagt. Und bam, schon die erste Diskussion über das ‚Ausländerproblem‘ in Österreich. Und das obwohl das Ursprungsthema doch ein ganz anderes war.

In einer gut frequentierten Kinder-Tauschbörse wurde ein Thread zum Thema Tagesmutter für ein neun Monate altes Baby aufgemacht. Da kann natürlich der erste Seitenhieb, von wegen wie schlimm das ist, sein neun Monate altes Kind in Fremdbetreuung zu geben, nur, weil man arbeiten gehen will/muss, nicht lange auf sich warten.
Diverse Dinge wie AMS-Förderung, Unterhalt vom Staat, etc. wurden angekratzt.
Jetzt fragen wir uns natürlich: ja und? Was hat das jetzt mit unserem ‚Ausländerproblem‘ zu tun? Also bitte, das liegt doch auf der Hand: die Ausländer die zu uns nach Österreich kommen, bekommen alles in den Ar*** geschoben und wo bleiben wir Österreicher? Genau, auf der Strecke! Wir müssen uns um alles selber kümmern. Behördengänge. Unterstützungen. Wohnung. Und die, die bekommen alles zur Verfügung gestellt. Und wissen es noch nicht mal zu schätzen. Nein, die fangen auch noch an Einbrüche zu begehen, zu stehlen und zu vergewaltigen. Und, die schmeißen auch noch all die Sachen, die wir Österreicher uns so mühsam vom Mund abgespart haben, weg. Einfach so. Bäh. Aber bitte versteht mich nicht falsch. Es ist ja nicht so, dass diese Leute was gegen Ausländer haben. Nein, nein. Aber…

An all die Hetze-Treibenden-ich-hab-ja-nix-gegen-Ausländer-Bullshit-RednerInnen-und-FPÖ-so-wahr-mir-Gott-helfe-WählerInnen: haltet doch einfach mal die Klappe. Ihr nervt mich gewaltig.
Wir haben kein AusländerInnenproblem in Österreich. Wir haben ein Problem mit InländerInnen die ein AusländerInnenproblem haben.
Ich hab die immer gleichen, unreflektierten Aussagen so dermaßen satt.

Hier meine absolute HITLISTE. Und ein paar klitzekleine Anmerkungen dazu:

‚Was gibt denen das Recht bei uns kriminell zu werden?‘
Die Antwort ist ganz einfach: nix. Niemand hat ein Recht darauf irgendwo kriminell zu werden. Aber wer sagt denn, dass ‚die‘ in Österreich automatisch kriminell werden?
Schauen wir uns die Zahlen der ‚Ausländerkriminalität‘ mal genauer an:
Da heißt es nämlich, dass die Hitliste von den Deutschen angeführt wird. Sind aber keine AusländerInnen. Die reden ja Deutsch.
Abgesehen davon, werden in die Statistik der AusländerInnenkriminalität auch sogenannte „Kriminalitätsdelikte im Zusammenhang mit Fremdenverkehr“ miteinberechnet. Sprich Skidiebstahl, Ladendiebstahl oder Körperverletzung nach Wirtshausraufereien (Stichwort Almhütten…). Aber ja, AusländerIn bleibt natürlich AusländerIn.

‚Die meisten Straffälligen in den Gefängnissen sind Ausländer.‘
2/3 der rund 8.000 Inhaftierten in Österreich sind AusländerInnen. Also sind die doch weitaus ‚böser‘ als wir ÖsterreicherInnen, oder?! Ha, erwischt!
So ungefähr, ja. Fakt ist, dass AusländerInnen schneller in U-Haft genommen werden, als InländerInnen. Das resultiert schlicht und ergriffen darin, dass Fluchtgefahr bestehen könnte. Was bei einem/einer ÖsterreicherIn mit Hauptwohnsitz in Österreich nicht unbedingt der Fall ist. Außerdem wird die Resozialisierung eines ‚Illegalen‘ als gering eingestuft. AusländerInnen werden in Österreich ganz einfach schneller hops genommen als InländerInnen.
Hier übrigens die Nationalitäten unserer straffälligen AusländerInnen (Jänner – Juni 2015):
– Deutsche (4.819)
– Rumänen (4.638)
– Serben (4.187)
– Bosnier (3.134)
– Türken (3.080)
– Slowaken (1.657)
– Polen (1.512)
Auch drei IsländerInnen sollen 2015 in Österreich straffällig geworden sein. Krass. Sogar die!

Das herauszufinden kostete  mich übrigens nur einen Klick in einer großen Suchmaschine. Und natürlich die Zeit um das Obige zu schreiben.
Alle Details sind hier nachzulesen: kurier.at: ‚Wer die Tatverdächtigen wirklich sind.‘

‚Die Ausländer bekommen viel mehr Geld als wir Österreicher. Denen wird alles in den Ar*** geschoben.‘
Vorweg: das ist einer meiner alltime-Lieblinge!
Wenn ein/e AsylwerberIn in einer organisierten Unterkunft lebt, bekommt er/sie insgesamt € 50,- pro Monat (€ 40,- Taschengeld + € 10,- Freizeitgestaltung).
Für selbstständig Wohnende gibt es € 320,- (€ 120,- Mietzuschuss + € 200,- Verpflegung).
AsylwerberInnen bekommen außerdem KEINE Mindestsicherung. Diese wird erst zugesprochen, wenn der Status „anerkannter Flüchtling“ lautet, dann wird genau so viel ausbezahlt wie an ÖsterreicherInnen (max. € 837,76).
Aber wie schon oben erwähnt: Ausländer bleibt doch trotzdem irgendwie Ausländer, oder?!

Auch diese Infos haben mich nur ein paar wenige Klicks gekostet.
Mehr dazu gibt es hier: ZIB, Faktencheck: Asyl in Österreich

Zum Schluss sei noch gesagt: dieser Beiträg enthält einige Facetten an Sarkasmus und ein bisschen schwarzen Humor. Das braucht man nämlich, wenn man mit ÖsterreicherInnen diskutiert, die ’nix gegen Ausländer haben, aber …‘.

Und für alle, die es immer noch nicht kapiert haben:
oebana
Das alles ist nur ein kleiner Auszug. Wenn ich etwas Wichtiges vergessen habe, oder mich jemand eines besseren belehren will: nur zu. Ich bin offen für Kritik jeglicher Art!

Babyausstattung: was wir wirklich brauchten und was nicht…

Eigentlich nehme ich es mir schon lange vor diesen Post zu erstellen. Aber ihr kennt das ja…
Nachdem sich aber im Moment bei uns im Freundeskreis die Babybäuchleins und newborn Babies ziemlich häufen, musste ich jetzt wirklich zur Tat schreiten und diesen Post endlich verfassen.

Nur zu gut kann ich mich daran erinnern, als wir Abend für Abend auf der Suche nach der „Babygrundausstattung“ das Internet und diverse Kataloge durchforstet haben. Gerade im Netz kursieren unzählige Listen zu diesem Thema. Manche sogar mit genauen Stückzahlen der Kleidungsstücke :shock:. Die Frage ist nur, was brauche ich wirklich und auf was kann getrost verzichtet werden?
Vielleicht kann ich euch diese Frage mit meinen Erfahrungen beantworten. Wir glaubten anfänglich nämlich, dass man ALLES braucht was so auf diesen Listen steht. Im Nachhinein gesehen weiß ich: nö. Brauchste nämlich nicht.

Hier also meine eigene Liste mit Dingen die wir brauchten bzw. für uns lebensnotwendig waren ;).
Ich habe versucht Kategorien zu erstellen, die mir halbwegs sinnvoll vorkommen. Natürlich ist diese Liste rein subjektiv und vermutlich für den/die eine/n oder andere/n von euch nicht vollständig, aber es ist ein Versuch euch die (Kauf)Entscheidung(en) etwas einfacher zu machen.

Und wenn ich euer Interesse jetzt geweckt habe, dann könnt ihr euch diese, meine, Babyliste sehr gerne hier unten als .pdf unter den Nagel reißen.

Babyliste

Noch ein kleiner Tipp: auch wenn es euch anfänglich ganz wichtig erscheint: es muss nicht immer alles neu sein. Gerade für die ganz Kleinen gibt es gebraucht ganz wunderbare Dinge, die meist auch nur ein paar Mal, wenn überhaupt, benutzt wurden.
Für mich waren folgende Plattformen im Netz dabei eine große Hilfe:
mamikreisel
willhaben
shpock

Und jetzt viel Spaß beim Lesen der Liste. Und an alle werdenden Eltern: genießt diese magische Zeit ♥

Sekundäres Ertrinken: die unterschätzte Gefahr

An alle Badesee-BaderInnen, Fluss-TaucherInnen, Freibad-SchwimmerInnen, Planschbecken-PlanscherInnen, Pool-SpringerInnen, Badewannen-SitzerInnen, eben an A L L E:

Sagt euch der Begriff „sekundäres Ertrinken“, im Englischen „secondary drowning“, etwas? Für, alle die, genau wie ich, sich dachten nope, never heard of this, ist dieser Artikel.

Unter sekundärem Ertrinken versteht man den Tod, der mehrere Stunden oder gar Tage, nach einem Badeunfall mit beinahem Ertrinken eintritt. Das heißt, das Kind (ich beziehe mich hier mal nur auf Kinder) war kurz unter Wasser und wurde sofort wieder herausgezogen. Im ersten Moment scheint alles in Ordnung (abgesehen von dem Schock den das Kind und wohl auch die Eltern erlitten haben). Es besteht aber die Möglichkeit, dass sich, über mehrere Stunden oder auch Tage, ein Lungenödem bildet.

Folgende Symptome können bei Kindern auftreten:

– Müdigkeit und Schläfrigkeit (was natürlich auf den Schockmoment zurückzuführen ist –> wachsam bleiben!)

– obwohl es dem Kind besser gegangen ist, verschlechtert sich der Allgemeinzustand

– kalte, blassgraue Haut

– Schmerzen in der Brust beim Atmen

– stöhnende und röchelnde Atmung bzw. Atemnot

– Blauverfärbung der Lippen und Schleimhäute (wegen des Sauerstoffmangels)

– stark erhöhte Herzfrequenz

– Unruhe (meist bei Jugendlichen und Erwachsenen)

– Bewusstseinsverlust

Gemäß dem Motto „lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig“, sollten Kinder die einem beinahe-Ertrinken (sekundärem Ertrinken) ausgesetzt waren, unbedingt sofort ins Krankenhaus gebracht, um dort genau durchgecheckt zu werden (Lungenröntgen, Überwachung der Vitalfunktionen, …).

Also liebe Leute, teilt diesen Inhalt und erzählt ihn all euren Verwandten, Bekannten, Freunden, Feinden, …, damit möglichst viele Menschen davon Wind bekommen. Vielleicht kann dadurch der eine oder andere Unfall mit schrecklichen Folgen vermieden werden.

Auf einem englischsprachigen Blog namens delighted momma, gibt es einen Artikel über die oben beschriebene Situation. Lindsey berichtet über ihren Albtraum als ihr jüngerer Sohn kopfüber in den Jaccuzzi fällt. Und das obwohl sie ständig neben ihm saß. Er wurde nach nur wenigen Sekunden wieder herausgezogen und trotzdem wäre er beinahe ertrunken. Dank der mütterlichen Intuition von Lindsey ist alles gut ausgegangen und die Familie ist mit dem Schrecken davon gekommen. Den ganzen, sehr privaten Bericht könnt ihr hier nachlesen. Thanks a million times to Lindsey, die mit dem Erzählen ihres traumatischen Erlebnisses auf dieses Thema aufmerksam macht. Hier ist die Sinnhaftigkeit und Bedeutung eines Blog(eintrages) wieder einmal zu 100% bestätigt!

Wenn ihr Zeit habt (und die solltet ihr haben), dann lest auch noch meinen Eintrag zum Thema Ertrinken sieht nicht wie ertrinken aus.

Viele Grüße, salzburgmom

Ertrinken sieht nicht wie ertrinken aus

Liebe Leser/innen!

Auf dem Blog mamagie bin ich auf einen sehr interessenaten Artikel gestoßen. In diesem Artikel geht es um das Thema Ertrinken. Was bei diesen wunderbaren Badetemperaturen hochaktuell ist (auch wenn man bei diesem wunderschönen Wetter lieber an schönere Dinge denkt). Gerade in Verbindung mit (kleinen) Kindern sollte der Artikel unbedingt gelesen und (vorallem) geteilt werden.

Vergesst also die Szenen aus dem Fernsehen in denen vermeindlich Ertrinkende kräftig mit den Armen rudern, laut rufen und genau auf sich aufmerksam machen. ERTRINKEN SIEHT ANDERS AUS.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 400 Menschen durch Ertrinken. Das Erschreckende hierbei ist, dass die Betroffenen in vielen Fällen von anderen Badegästen beobachtet werden – aber nicht, weil Sie ratlos sind, sondern weil Sie die Situation falsch einschätzen und keine Ahnung haben, dass sich diese Person gerade in einer lebensgefährlichen Situation befindet. Denn entgegen der Annahme, dass ertrinkende Personen durch lautes Geschrei und Gewinke auf sich aufmerksam machen wollen, passiert genau das Gegenteil: Ertrinken sieht nicht nach Ertrinken aus! Kein panisches Gestrampel, keine Schreie.

Mario Vittone, Rettungshubschrauberpilot und Rettungsschwimmer der U.S. Coast Guard, kann auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und hat schon unzähligen Menschen das Leben gerettet. In seinem Artikel “Drowning Doesn´t Look Like Drowning” schildert er das Phänomen des Ertrinkens und hat damit für viel Aufsehen gesorgt.
Der nachfolgende Artikel ist eine Übersetzung aus dem Original.

Der leise Tod des Ertrinkens

Als der Kapitän voll bekleidet von Board sprang und durch das Wasser lief, irritierte er die anderen Badegäste, die im Wasser schwammen. “Nicht, dass er jetzt denkt, du ertrinkst”, sagte der Mann zu seiner Frau, da sie sich kurze Zeit zuvor mit Wasser bespritzt und geschrien hatten. “Was macht er hier?!”, fragte die Frau leicht gereizt ihren Mann. “Es geht uns gut!”, rief der Mann dem Kapitän zu. Aber der Kapitän ließ sich nicht aufhalten. Er schwamm unnachgiebig an dem Pärchen vorbei und schrie nur kurz “Weg da!”. Denn direkt hinter ihnen, nur wenige Meter entfernt, war die neunjährige Tochter gerade dabei zu ertrinken. Der Kapitän kam in allerletzter Sekunde. Das Mädchen fing an zu weinen und schluchzte: “Papa!”.
Woher wusste der Kapitän aus so vielen Metern Entfernung, dass die Tochter gerade dabei war zu ertrinken und sowohl Mutter als auch Vater dies aus weniger als drei Metern nicht erkennen konnten?
Der Kapitän ist ein ehemaliger Rettungsschwimmer der Küstenwache und hat durch eine fachliche Ausbildung gelernt, die Gefahren des Ertrinkens rechtzeitig zu erkennen. Und nein, wenn jemand ertrinkt, dann wird nicht, wie es oft im Fernsehen gezeigt wird, wild geschrien und gewunken.
Sie sollten sicherstellen, dass Sie die Anzeichen des Ertrinkens erkennen. Denn bis die neunjährige Tochter mit letzter Kraft “Papa” sagte, hatte sie nicht einen Ton von sich gegeben. Das Ertrinken ist fast immer ein ruhiger und wortloser Vorgang. In der Realität wird selten gewunken, geschrien oder wie wild gestrampelt.
Das, was Menschen tun, um tatsächliches oder vermeintliches Ertrinken zu verhindern, hat Dr. Francesco A. Pia die instinktive Reaktion (The Instinctive Drowning Response) genannt. Es gibt kein Geschrei, kein Gespritze und kein Gewinke. Überdenken Sie Folgendes: Der Tod durch Ertrinken ist der zweithäufigste Unfalltod (nach Verkehrsunfällen) bei Kindern bis zu einem Alter von 15 Jahren. Auch im nächsten Jahr werden wieder Kinder ertrinken. Etwa die Hälfte wird in einer Entfernung von nicht mehr als 20 Metern von einem Elternteil ertrinken. Und in 10% dieser Fälle wird ein Erwachsener sogar zusehen und keine Ahnung davon haben, was da gerade geschieht. Ertrinken sieht nicht aus wie ertrinken!

Auf folgende Anzeichen müssen Sie beim Baden achten

Dr. Pia erläuterte die instinktive Reaktion auf das Ertrinken in einem Artikel im Coast Guard´s On Scene Magazine:
1. In den meisten Fällen sind ertrinkende Menschen physiologisch nicht dazu fähig, Hilfe zu rufen. Da das Atmungssystem auf das Atmen ausgelegt ist und die Sprache die zweite/überlagerte Funktion darstellt, muss zunächst die Atmung sichergestellt werden, bevor die Sprachfunktion stattfinden kann.
2. Da sich der Mund beim Ertrinken unter der Wasseroberfläche befindet und nur kurzzeitig wieder aus dem Wasser auftaucht, ist die Zeit für das Ausatmen, Einatmen und für einen Hilferuf zu kurz. Sobald sich der Mund einer ertrinkenden Person über der Wasseroberfläche befindet, wird schnell ausgeatmet und wieder eingeatmet, bevor der Kopf wieder unter Wasser abtaucht.
3. Ein Herbeiwinken ist nicht möglich. Die Arme werden instinktiv seitlich ausgestreckt und von oben auf die Wasseroberfläche gedrückt. Diese Schutzfunktion soll den Körper über der Wasseroberfläche halten, um weiter Atmen zu können.
4. Eine bewusste Steuerung der Arme ist bei einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken nicht möglich. Ertrinkende Menschen sind aus physiologischer Sicht nicht dazu fähig, das Ertrinken durch bewusste und gesteuerte Bewegungen abzuwenden. Ein Winken nach Hilfe ist also nicht möglich.
5. Während der Dauer des Ertrinkens befindet sich der Körper aufrecht im Wasser. In der Regel können sich Ertrinkende nur 20 bis 60 Sekunden an der Wasseroberfläche halten, bevor sie untergehen. Nicht viel Zeit für einen Rettungsschwimmer.
Selbstverständlich befindet sich eine Person, die schreiend und winkend um Hilfe ruft, in einer ernsthaften Situation. Anders als beim tatsächlichen Ertrinken, können sich die betroffenen Personen an Ihrer eigenen Rettung beteiligen und z. B. nach Rettungsleinen oder -ringen greifen. Dieser Zustand wird als Wassernotsituation bezeichnet. Eine Wassernotsituation muss nicht zwangsläufig vor einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken auftreten.

Weitere wichtige Anzeichen des Ertrinkens

Sie sollten unbedingt auf folgende Anzeichen des Ertrinkens achten:
* Der Kopf ist nach hinten geneigt und unter Wasser. Der Mund befindet sich auf einer Höhe mit der Wasseroberfläche.
* Die Augen sind glasig und leer.
* Die Augen sind geschlossen.
* Die Haare hängen vor Stirn und/oder den Augen.
* Der Körper befindet sich vertikal im Wasser.
* Der Ertrinkende beschleunigt die Atmung und kämpft nach Luft.
* Die betroffene Person unternimmt den Versuch zu schwimmen, kommt aber nicht voran.
* Es wird versucht sich auf den Rücken zu drehen.
Sollte also ein Rettungsschwimmer plötzlich ins Wasser laufen und es sieht für Sie so aus, als wäre alles in Ordnung, dann täuschen Sie sich nicht. Der einfachste Hinweis des Ertrinkens wirkt nicht immer so, als würde jemand ertrinken. Seien Sie also vorsichtig.

Wenn Sie sicher gehen wollen, dann fragen Sie die betreffende Person: “Geht es Dir gut? Brauchst Du Hilfe?”. Erhalten Sie eine Antwort, dann scheint es der Person wirklich gut zu gehen. Wenn nicht, dann bleiben Ihnen nur wenige Sekunden, um ihn/sie zu retten.
Und noch ein Hinweis für alle Eltern: Kinder, die im Wasser spielen, sind laut und machen Lärm. Sollte es still werden, dann sollten Sie nachschauen, weshalb.

Der Artikel wurde auf Nordseeportal veröffentlich.

Bauchwehzwerg

Gestern Abend war schrecklich. Vorallem für unseren Zwerg. Getrieben von Blähungen und Bauchweh fand er ganze zwei Stunden lang nicht in den Schlaf. Kirschkernkissen: wollte er nicht. Fliegergriff: half nur kurz. Bauchlage: brachte nur noch mehr Zorn. Schnuller: wurde ausgespuckt. Wiegen und streicheln: half nicht. Und dann der Einfall. Versteckte sich nicht irgendwo in den Weiten des Kinderzimmers ein „Blähungsöl“? Tatsächlich. Also flux das Öl in den Handflächen verteilt und etwas angewärmt. Von oben nach unten mit der flachen Hand über seinen Bauch gestreichelt und siehe da: der Zwerg wurde ruhiger. Mit den Fingern rund um den Bauchnabel gekreist und er beruhigte sich gänzlich. Was für eine Erleichterung für uns alle! Dann noch schnell zwei Windeln kräftig gefüllt und dem Schlaf stand nichts mehr im Wege.

Gemeinerweise werden die Kleinen, trotzdem sie außer Muttermilch meist nichts zu sich nehmen, von heftigen Bauchweh- und Blähungsattacken heimgesucht. Wildes, spitzes Schreien, hochrote Köpfe, harte Zwergenbäuche und steif machen im Wechsel mit anhocken der Beine sind meist die Folge. Aber was hilft bei Bauchweh? Wie kann ich dem so sehr geliebten Baby helfen?

Ich habe meine Hebamme gefragt ob ich unserem Sohn im Falle einer Bauchwehattacke Tee geben kann. Kamille, Fenchel, Anis oder Kümmel. Sie meinte, dass ich das natürlich machen kann, damit aber wahrscheinlich nur mein Gewissen beruhigen würde, nicht aber seinen Bauch.

Es gibt aber trotzdem einige Möglichkeiten wie den Bauchwehzwergen geholfen werden kann:

– Fliegergriff (bei uns hilft auch oft den Zwerg auf die Schulter zu legen, so, dass diese sanft auf seinen Bauch drückt)

– Bauchmassage (am besten mit Ölen wie Kümmel oder eben Blähungsöl. Normales Öl tut es aber im Notfall auch)

– Kümmelzäpfchen (Tipp meiner Schwägerin – danke dafür :))

– Kirschkernkissen (warm gemacht)

– Tee (Kümmel, Fenchel, Anis. Kann die Mama auch selber trinken wenn ihr keinen Tee zusätzlich geben wollt, dann bekommen es die Kleinen über die Muttermilch)

– Körperkontakt und/ oder Pucken (bei unserem Zwerg hilft oft das Tragetuch oder die Manduca ganz gut)

– Schnuller bzw. nuckeln lassen (nuckeln kann die Babies oft vom Bauchweh ablenken)

– die Beine anhocken (kann dabei helfen die Winde leichter abgehen zu lassen)

– Globoli (einfach in der Apotheke oder beim KiA nachfragen)

– SAB Simplex Tropfen (schon oft gehört, noch nie probiert. Sollen aber anscheinend ganz gut helfen)

Was sind eure Erfahrungen mit Bauchwehzwergen? Was hilft euren Babies bei Bauchwehattacken und Blähungen? Ich freue mich über zahlreiche Erfahrungen und Tipps 🙂