Wir und das Ausländerproblem

Ich grad so am surfen durch das soziale Netzwerk. Immerhin habe ich mich gerade mit meiner Seite dorthin gewagt. Und bam, schon die erste Diskussion über das ‚Ausländerproblem‘ in Österreich. Und das obwohl das Ursprungsthema doch ein ganz anderes war.

In einer gut frequentierten Kinder-Tauschbörse wurde ein Thread zum Thema Tagesmutter für ein neun Monate altes Baby aufgemacht. Da kann natürlich der erste Seitenhieb, von wegen wie schlimm das ist, sein neun Monate altes Kind in Fremdbetreuung zu geben, nur, weil man arbeiten gehen will/muss, nicht lange auf sich warten.
Diverse Dinge wie AMS-Förderung, Unterhalt vom Staat, etc. wurden angekratzt.
Jetzt fragen wir uns natürlich: ja und? Was hat das jetzt mit unserem ‚Ausländerproblem‘ zu tun? Also bitte, das liegt doch auf der Hand: die Ausländer die zu uns nach Österreich kommen, bekommen alles in den Ar*** geschoben und wo bleiben wir Österreicher? Genau, auf der Strecke! Wir müssen uns um alles selber kümmern. Behördengänge. Unterstützungen. Wohnung. Und die, die bekommen alles zur Verfügung gestellt. Und wissen es noch nicht mal zu schätzen. Nein, die fangen auch noch an Einbrüche zu begehen, zu stehlen und zu vergewaltigen. Und, die schmeißen auch noch all die Sachen, die wir Österreicher uns so mühsam vom Mund abgespart haben, weg. Einfach so. Bäh. Aber bitte versteht mich nicht falsch. Es ist ja nicht so, dass diese Leute was gegen Ausländer haben. Nein, nein. Aber…

An all die Hetze-Treibenden-ich-hab-ja-nix-gegen-Ausländer-Bullshit-RednerInnen-und-FPÖ-so-wahr-mir-Gott-helfe-WählerInnen: haltet doch einfach mal die Klappe. Ihr nervt mich gewaltig.
Wir haben kein AusländerInnenproblem in Österreich. Wir haben ein Problem mit InländerInnen die ein AusländerInnenproblem haben.
Ich hab die immer gleichen, unreflektierten Aussagen so dermaßen satt.

Hier meine absolute HITLISTE. Und ein paar klitzekleine Anmerkungen dazu:

‚Was gibt denen das Recht bei uns kriminell zu werden?‘
Die Antwort ist ganz einfach: nix. Niemand hat ein Recht darauf irgendwo kriminell zu werden. Aber wer sagt denn, dass ‚die‘ in Österreich automatisch kriminell werden?
Schauen wir uns die Zahlen der ‚Ausländerkriminalität‘ mal genauer an:
Da heißt es nämlich, dass die Hitliste von den Deutschen angeführt wird. Sind aber keine AusländerInnen. Die reden ja Deutsch.
Abgesehen davon, werden in die Statistik der AusländerInnenkriminalität auch sogenannte „Kriminalitätsdelikte im Zusammenhang mit Fremdenverkehr“ miteinberechnet. Sprich Skidiebstahl, Ladendiebstahl oder Körperverletzung nach Wirtshausraufereien (Stichwort Almhütten…). Aber ja, AusländerIn bleibt natürlich AusländerIn.

‚Die meisten Straffälligen in den Gefängnissen sind Ausländer.‘
2/3 der rund 8.000 Inhaftierten in Österreich sind AusländerInnen. Also sind die doch weitaus ‚böser‘ als wir ÖsterreicherInnen, oder?! Ha, erwischt!
So ungefähr, ja. Fakt ist, dass AusländerInnen schneller in U-Haft genommen werden, als InländerInnen. Das resultiert schlicht und ergriffen darin, dass Fluchtgefahr bestehen könnte. Was bei einem/einer ÖsterreicherIn mit Hauptwohnsitz in Österreich nicht unbedingt der Fall ist. Außerdem wird die Resozialisierung eines ‚Illegalen‘ als gering eingestuft. AusländerInnen werden in Österreich ganz einfach schneller hops genommen als InländerInnen.
Hier übrigens die Nationalitäten unserer straffälligen AusländerInnen (Jänner – Juni 2015):
– Deutsche (4.819)
– Rumänen (4.638)
– Serben (4.187)
– Bosnier (3.134)
– Türken (3.080)
– Slowaken (1.657)
– Polen (1.512)
Auch drei IsländerInnen sollen 2015 in Österreich straffällig geworden sein. Krass. Sogar die!

Das herauszufinden kostete  mich übrigens nur einen Klick in einer großen Suchmaschine. Und natürlich die Zeit um das Obige zu schreiben.
Alle Details sind hier nachzulesen: kurier.at: ‚Wer die Tatverdächtigen wirklich sind.‘

‚Die Ausländer bekommen viel mehr Geld als wir Österreicher. Denen wird alles in den Ar*** geschoben.‘
Vorweg: das ist einer meiner alltime-Lieblinge!
Wenn ein/e AsylwerberIn in einer organisierten Unterkunft lebt, bekommt er/sie insgesamt € 50,- pro Monat (€ 40,- Taschengeld + € 10,- Freizeitgestaltung).
Für selbstständig Wohnende gibt es € 320,- (€ 120,- Mietzuschuss + € 200,- Verpflegung).
AsylwerberInnen bekommen außerdem KEINE Mindestsicherung. Diese wird erst zugesprochen, wenn der Status „anerkannter Flüchtling“ lautet, dann wird genau so viel ausbezahlt wie an ÖsterreicherInnen (max. € 837,76).
Aber wie schon oben erwähnt: Ausländer bleibt doch trotzdem irgendwie Ausländer, oder?!

Auch diese Infos haben mich nur ein paar wenige Klicks gekostet.
Mehr dazu gibt es hier: ZIB, Faktencheck: Asyl in Österreich

Zum Schluss sei noch gesagt: dieser Beiträg enthält einige Facetten an Sarkasmus und ein bisschen schwarzen Humor. Das braucht man nämlich, wenn man mit ÖsterreicherInnen diskutiert, die ’nix gegen Ausländer haben, aber …‘.

Und für alle, die es immer noch nicht kapiert haben:
oebana
Das alles ist nur ein kleiner Auszug. Wenn ich etwas Wichtiges vergessen habe, oder mich jemand eines besseren belehren will: nur zu. Ich bin offen für Kritik jeglicher Art!

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wild auf Wild – Hirschragout

Wie versprochen hier das Rezept zu unserer Weihnachtshauptspeise:

H I R S C H R A G O U T

Zutaten:

ca. 1 – 1,2 kg Hirschschlögel (oder was ihr sonst so bekommt)

Wurzelgemüse (Karotten, Sellerie, etc.)

2 Zwiebeln

1 kl. Stück Ingwer

4 Knoblauchzehen

etwas Tomatenmark

Gemüsesuppe zum ablöschen

Salz, Pfeffer

nach Belieben Chili

Olivenöl zum Anbraten

etwas Mehl zum Stauben

 

Zubereitung:

Das Hirschfleisch, falls notwendig, von Fett, Flachsen, etc. befreien und in mundgerechte Stücke schneiden. Zur Seite stellen.

Das Gemüse, Ingwer, Knoblauch und den Zwiebel fein schneiden. In einem Topf das Olivenöl erhitzen und den Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin dünsten. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Das Gemüse in den Topf geben und anbraten. Herausgeben und ebenfalls beiseite stellen. Das Fleisch scharf anbraten. Gemüse und Zwiebel zum Fleisch geben und weiterbraten. Tomatenmark und Chili hinzugeben. Mit etwas Mehl stauben und umrühren bis sich das Mehl gut verteilt hat (aufpassen, dass keine Klümpchen mehr vorhanden sind). Mit Gemüsesuppe ablöschen (bis alles bedeckt ist) und köcheln lassen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Tipp: macht das Ragout bereits am Vortag, lasst es über Nacht im Topf stehen und erwärmt es am nächsten Tag auf schwacher Hitze.

Aufgewärmt ist nämlich nur Gulasch Hirschragout gut. 😉

Mahlzeit ❤

 

3-Tages-Blaukraut

Wenn ihr richtig leckeres halligalli yummy Blaukraut wollt, dann nehmt euch drei Tage lang Zeit – es lohnt sich 😉

Zutaten:

1 kg BlaukrautBlaukraut

1 Apfel

1 Zwiebel

500ml Rotwein

Nelken, Wacholderbeeren, Lorberblätter, Pfefferkörner, Zimtstangen, Pimentkörner

Salz und Pfeffer

etwas Zucker

 

Zubereitung:

Das Blaukraut in (nicht zu) feine Streifen schneiden und in einen großen Topf geben. Den Rotwein darüber gießen.

Für das Gewürzsäckchen: von einer Stoffwindel oder Geschirrtuch ein Stück abschneiden und die Gewürze in die Mitte legen. Mit Küchengarn zubinden und zum Blaukraut geben. Den Apfel blättrig schneiden und ebenfalls zum Blaukraut geben.

Über Nacht (an einem kalten Ort) ziehen lassen.

Am nächsten Tag das Blaukraut auf mitlerer Hitze zum köcheln bringen. Die Zwiebel in Ringe schneiden. Den Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen und die Zwiebel darin wenden. Danach zum Blaukraut geben. Das Blaukraut solange kochen lassen bis das es ganz weich ist (das dauert stundenlang!). Das Gewürzsäckchen entfernen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und wieder im Topf über Nacht (an einem kalten Ort) ziehen lassen.

Das Blaukraut aufwärmen und heißßßßßßßß servieren.

Passt perfekt zu Wild oder Geflügel *yummy*

 

Irgendwann ist immer das erste Mal…

… und dieses Mal hieß es bei uns: das erste Mal Fieber.

Am Donnerstag abend kommt der Lieblingsmann etwas aufgelöst mit dem Frühlingskind die Treppe runter. Weil Frühlingskind fühlt sich richtig heiß an. Und tatsächlich: nix heiß. Er glüht. Rote Bäckchen. Glasige Augen. Das heißt: Fieber messen. Wo ist nur dieser blöde Fieberthermometer. Der Tolle. Mit Messfunktion für die Stirn und Ohren. Gefunden. Ausgepackt. Weil noch nie verwendet. Auf der Stirn misst das Ding eine Temperatur von 43,5. What? Das kann wohl nicht stimmen. Also umgestellt auf die Ohrmessfunktion. Im Ohr wird eine Temperatur von 37,1 gemessen. Dafür glüht mir der Wurm aber etwas zu sehr. Muss wohl hin sein dieses grandiose super Ding. Also auf gehts den guten, alten, digitalen Thermometer zu suchen. Der Zwerg ist schlapp und sehr müde. Ich bin nervös. Der Lieblingsmann hält das Frühlingskind ganz fest. Fiebermesser gefunden. Nochmal nach der guten alten Methode messen. Und tatsächlich. Der arme Zwerg hat eine Temperatur von 38,5. Nach einer Stunde sogar 38,9. Kurz vorm Schlafen gehen sogar 39,2. Er ist quengelig. Weinerlich. Er ist richtig arm. Er tut uns Leid. Wir tun uns Leid. Kommen wir doch das erste Mal mit einem kranken Kind in Berürhung. Und dann ist es auch noch unser eigenes.

Die Nacht verläuft widererwartend ruhig. Der Zwerg glüht neben mir vor sich hin. Wird ab und zu zum Trinken wach, schläft größtenteils aber durch. Der Lieblingsmann und ich allerdings nicht. Wir machen uns Sorgen. Fühlen immer wieder seine Temperatur. Passen gut auf ihn auf.

Der nächste Tag ist nicht recht viel anders als ’normale‘ Tage. Das Frühlingskind ist vielleicht etwas quengeliger als sonst. Er schläft viel, ist etwas erschöpft, aber erstaunlich gut gelaunt. Die Temperatur pendelt immer noch zwischen 38,8 und 39,4. Ich lege ihn viel an. Teilweise stündlich. Er trinkt gut. Zusätzlich bekommt er noch etwas ungesüßten Tee. Auch den trinkt er ohen Widerstand. Auch die Nacht verläuft wieder ganz gut. Er wacht oft auf um zu trinken. Glüht weiterhin vor sich hin. Ich bin völlig überrascht wie gut er das wegsteckt. Er spielt tagsüber wie immer mit seinen Spielsachen. Krabbelt durch das Wohnzimmer. Mir geht es scheinbar schlechter als ihm. Ich leide. Er spielt.

Der Abend bzw. das Schlafen gehen wird an diesem Tag allerdings zur Tortur. Das Frühlingskind glüht. 39,4. Er weint. Er schwitzt. Er hat rote Backen. Er wehrt sich. Will/kann nicht schlafen. Der Körperkontakt darf nicht abbrechen. Er leidet. Ich leide. Der Lieblingsmann übernimmt. Die Zaubermanduca muss her. Das Frühlingskind wird eingepackt. Nach einiger Zeit schläft er völlig erschöpft ein. Ich bin durch. Meine Nerven liegen blank. Ich mache mir Sorgen. Ich weine. Ich fühle mich hilflos. Kann meinem geliebten Kind nicht helfen. Ich bin unendlich froh, dass der Zwerg endlich schlafen kann.

Der dritte Tag mit Fieber beginnt. Es pendelt immer noch zwischen 38,8 und 39,4. Zeit für Wadenwickel, Essigpatscherl und Co. Da muss die Oma her. Zur Unterstützung. Zur Hilfe. Zur Aufmunterung. Zum Mut machen. Das braucht die Mama. Das Frühlingskind ist nämlich erstaunlich gut gelaunt. Nur die Mama ist fertig. Die Mama braucht die Mama (Kind bleibt man wohl ewig 😉 ). Nachdem auch die alten Hausmittelchen nicht helfen und auch noch Durchfall einsetzt, ist es für mich genug. Ich rufe unseren Kinderarzt an. Der macht mir am Telefon Mut. Er sagt solange der Zwerg ausreichend trinkt und keine Auffälligkeiten wie Apathie oder Erbrechen zeigt ist alles in bester Ordnung. Stillen ist die beste Therapie sagt er. Ich bin beruhigt und stille den Zwerg.

Am nächsten Tag ist das Fieber weg. So schnell wie es gekommen ist, ist es auch wieder verschwunden. Mir fällt ein Fels vom Herzen. ‚Unsere‘ ersten kranken Tage sind überstanden. Ich bin unendlich froh, dass es vorbei ist. Puh. Durchatmen. War gar nicht soooo schlimm 😛 😉

6 Monate Mama : ein Rückblick

Sätze wie ‚Wenn du älter wirst, vergeht die Zeit wie im Flug.‘ oder ‚ Wenn du erstmal selbst Kinder hast, dann wird dir erst bewusst wie schnell die Zeit vergeht.‘ haben wir wohl alle schon man gehört. Ich natürlich auch. Meistens hab ich aber nicht hingehört. Es abgetan. Mit ‚jaja‘ geantwortet. Und jetzt? Jetzt ist die Geburt des Frühlingskindes bereits 6 Monate her und ich stelle erstaunt fest wie schnell die Zeit vergeht wenn man erstmal selbst Kinder hat.

Unglaublich, oder? Ich klebe Fotos ins Fotoalbum meines Zwerges und kann es kaum fassen wie sehr er sich verändert hat, er gewachsen und wie groß er geworden ist. Ein ganzer Frühling und ein ganzer Sommer (naja, wenn man das Sommer nennen kann…) sind vergangen seit ich am 12.03.14 Mama geworden bin. Und, naja natürlich, ist seit dem alles anders. Und deshalb möchte ich hier einen kleinen Rückblick auf unser Leben und meine Erkenntnisse des Mama-Daseins im letzten halben Jahr geben.

Wie die Geburt war kann ja hier nachgelesen werden. Damals dachte ich, dass ich dieses Trauma nie mehr vergessen werden kann. Die Schmerzen. Die Pannen. Das Gefühlschaos. Bereits ein paar Wochen später waren die Gedanken an die Geburt etwas verschwommen. Und jetzt? Jetzt denk ich mir ‚war doch alles gar nicht so schlimm‘. Das ist wohl das Wunder unseres (weiblichen) Gehirns… Dann kam die erste Zeit zu Hause. Wir waren so vorsichtig. Ängstlich. Haben jeden Schritt und jedes Tun mit und um unseren Mini dreimal neu durchdacht. Waren verunsichert und manchmal auch ganz schön verzweifelt. Und jetzt? Jetzt sind wir Profi-Eltern. Der Lieblingsmann, ich und das Frühlingskind – ein eingschworenes Team. Die Handgriffe, der Umgang mit dem Zwerg und der Alltag haben sich automatisiert. Wir wissen jetzt instinktiv was zu tun und was zu lassen ist. Eben ein Spitzenteam 🙂 Und das Stillen (war ja eine eigene Geschichte: hier mehr)? Alles kein Problem mehr. Das geht jetzt nebenbei. Ich kann es jetzt sogar genießen. Wir als Eltern und auch als Paar haben einiges gelernt. Wir haben gelernt uns zurückzustellen ohne uns selbst ganz zu vergessen (ein Reifeprozess, der wahrscheinlich auch noch nicht ganz abgeschlossen ist ;)). Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass Eltern sein anstrengend ist, an den Nerven zehren kann und eine Herausforderung an uns als Liebespaar ist. So manche Diskussion über Erziehung, Zeit, Aufgabenbereich (Haushalt, Arbeit, etc.) und einiges mehr haben wir natürlich auch schon hinter (und ziemlich sicher auch noch vor) uns. Wir haben dadurch aber auch gelernt, dass so manches Drama besser auszuhalten ist wenn man eine Familie, ein sich liebendes (Ehe)Paar ist.

Und das Frühlingskind? Das ist das wirklich Wunder. Was er alles in den letzten 6 Monaten gelernt hat (und das ganz selbstverständlich und nebenbei) ist wohl jeden Preis dieser Welt wert. Er musste sich inerstmal in einer Welt außerhalb des schützenden Mutterbauches zurechtfinden. In einem neuen zu Hause mit allerhand neuen Menschen. Er hat gelernt seine Stimme zu gebrauchen (lachen, schreien, quietschen, lallen, …). Er hat seinen Körper entdeckt (wie gut der Daumen und der große Zeh beispielsweise schmecken). Er hat bald entdeckt, dass die Welt viel besser zu erkunden ist wenn man sich erstmal vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück drehen kann. Und wie toll es erst ist wenn die Umgebung auf eigene Faust, krabblend zu erkunden ist. Wie viel Spaß es machen kann sich an Dingen hochzuziehen und wie enttäuschend es ist dann wieder umzufallen. Er hat die großartige Entdeckung ‚Essen‘ gemacht (huiii was für ein Gewinn!). Er weiß jetzt auch, dass Schlaf doch ab und zu erholsam sein kann. Und: er wächst und wächst und wächst. Er lernt unaufhörlich Neues. Entdeckt jeden Tag wieder etwas das seine Aufmerksamkeit weckt und seine Geschicklichkeit erfordert. Ein Wunder wie leicht, kompetent und selbstverständlich er mit der Komplexität des Lebens umgeht. Großartig!

Und zum Abschluss noch ein paar Mama-Erkenntnisse:

– gute Ratschläge begleiten dich immer, aber man lernt immer besser damit umzugehen

– Muttermilch-Baby-Kotze auf deiner Kleidung gibt Flecken

– über Kacke in der Windel kann man sich tatsächlich freuen und ein Pipistrahl beim Öffnen der Windel kann ziemlich lustig sein

– Furzgeräusche, Grimassen und Tierlaute bestimmen deinen Alltag und du kommst dir mit der Zeit auch in der Öffentlichkeit damit nicht mehr dämlich vor

– Mütter vergleichen grundsätzlich ihre Babys immer und überall. Davon muss man sich abgrenzen lernen.

– was dir andere Mamas über ihre Babys erzählen (bestes Beispiel Schlafgewohnheiten!) muss zwangsläufig nicht immer stimmen…

– Babykleidung, Zubehör und alles was so gebraucht wird kann gut und gerne gebraucht gekauft werden. Dem Baby ist es nämlich ziemlich Wurst wie viele Kiddies vor ihm das schon anhatten oder drinnen gesessen sind.

– ein Tragetuch ist unverzichtbar, man ist aber auch keine Rabenmutter wenn man sein Kind im Kinderwagen herumkutschiert

– Babybrei selbst zubereiten ist super (zeitaufwendig), ab und zu ein Gläschen aufmachen erleichtert die Sache ungemein

– andere Mamas als Verbündete zu haben ist unumgänglich. Irgendwie, irgendwann und irgendwo muss man sich austauschen können. Es ist aber auch wichtig sich nicht nur als Mamas zu treffen – Auszeiten sind wichtig um funktionieren zu können!

– von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sind wir noch weit entfernt, vor allem wenn es um Karenz und Erziehung geht…

– man lernt nie aus. Erkenntnisse über sich selbst, das eigenen Kind und das Leben kommen jeden Tag 🙂

 

So und jetzt heißt es bei uns: happy halben Geburtstag liebes Frühlingskind! ❤